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09.11.2014

Gerechter Rassismus?

"Ich will ja nicht rassistisch sein, aber..." so fangen viele Sätze an. Ganz besonders dann wenn nach dem Aber noch was kommt, was ja der Regelfall ist. Es leitet direkt eine rassistische Bemerkung ein, aber zuvor noch der allzu typische Deutsche Rückzieher. "Ich will ja nicht" - "Aber..." Das kommt daher das uns schon in de Schule eingetrichtert wird das wir Deutschen gefälligst zu büßen haben. Ewig! Wir sühnen für den ersten Weltkrieg, für den zweiten, für die Mauer, für weiß der Geier. Also wird sich jemand im Rampenlicht hüten solch einen Satz in den Mund zu nehmen, aber unter dem gemeinen Volk begegnet mir das mindestens einmal die Woche und ich kann nicht mal behaupten besonders oft raus zu kommen. Ich bin rassistisch. Nicht in einem Ausmaß das erfordert die Leute zusammen zu treiben und in Kellern zu vergasen aber ich schere die gesamte Völkergruppe erstmals über den Kamm wenn wieder einer Mist baut. Das gibt sich natürlich wieder, ich kann ja auch nicht sagen das alle Männer Schweine sind, wenn ich doch weiß das Frauen viel schlimmer sind. Aber im laufe meines bisher doch erst kurzen Lebens kann ich behaupten viele getroffen zu haben, wo es schwer fällt die unschuldigen zu berücksichtigen. Die können nichts dafür. Ich habe sogar sehr liebe ausländische Nachbarn und eher Probleme mit der Deutschen Fraktion im Haus. So ging es mir btw auch in Duisburg der Hochburg türkischer Einwanderer - das ganze Haus voll mit ihnen, aber sobald ich irgendwie Hilfe brauchte waren die da. Nur die Deutschen von gegenüber haben sich jedes Wochenende durch den Hausflur verprügelt. Ich kann sie nicht über einen Kamm scheren, zumindest nicht fundiert weil es eben auch tatsächlich anständige davon gibt (meine bisherigen Erfahrungen beschränken sich da zwar auf 1 von 80 aber ich positiver Mensch kämpfe tatsächlich für den einen da) und nicht nur den bitteren Rest den man aus den Medien kennt.

Trotzdem... wie kann man sich nur selbst solange den Schuh anziehen? Die Generationen nach allem sollen zwar nicht vergessen was war und es auch nicht herab spielen aber ist es notwendig - wirklich notwendig - deswegen weiterhin die klappe zu halten und zu bereuen? Derzeit kommt mir das Land vor wie ein Heller Raum voller Menschen die erst rassistisch werden, wenn es dunkel ist und niemand sieht von wem es kommt. (Tolle Metapher für nen Blog oder?)

Einwanderer. Ja, lasst mal ruhig alle kommen denn wenn wir den Riegel vorschieben sind wir Deutschen ein nach wie vor rassistisches Pack, die Neonazigeneration, die einfach nicht vergessen wollen was ein Österreicher allen Völkern dieser Erde angetan hat und antun wollte (sogar den Deutschen). In anderen Ländern ist es xmal schwieriger bis unmöglich Fuß zu fassen. Ohne auf bestimmte einzugehen weil das den Umfang des ganzen sprengen würde: In Land X kannst du nicht einwandern ohne festen Job. Einen festen Job bekommst du aber nur wenn du einen festen Wohnsitz hast. Eine Wohnung bekommst du aber nur wenn du einen Job hast. (Merkste was?)  In einem anderen kannst du nicht bleiben ohne Einladung die aber verfällt wenn du kein Geld mitbringst, keinen Job findest und damit auch keine Wohnung. Sind sie deswegen Rassisten?

Ich glaube das uns so ein System echt gut tun könnte. Gerade wenn ich wieder einen sehe, der hier Hartz4 bezieht aber jeden Monat einen neuen BMW vorführt und dank dem Job kommt man mit verdammt vielen davon in Kontakt. Ich kann durchaus die polnischen Landsmänner verstehen, die gerade über die Erntemonate herkommen. Durch diverse Gespräche mit verschiedenen weiß ich auch das die hier für ihre Familien dort arbeiten. Wohnung und Verpflegung wird gestellt, also schicken sie den Lohn nach Hause um die Familie zu ernähren. Nichts dagegen, wenn es da drüben keine besser bezahlten Jobs gibt, hab ich vollstes Verständnis. Aber nicht für jemanden der herkommt, staatliche Unterstützung bezieht und mehr hat als eine Familie bei der alle arbeiten gehen und trotzdem jeden Cent umdrehen müssen. Woher kommt das? Na, wir haben auch unsere Gesetze hier. Wir lassen erst mal jeden rein, weil Sühne und so, aber das Gesetz verbietet denen auch direkt einer Arbeit nachzugehen um sich erst mal ein Jahr zu akklimatisieren und Hilfe vom Staat zu bekommen, die auf keinen Fall ausreichend ist um hier komfortabler zu leben. Was macht man also wenn das Geld nicht reicht und man nicht mal einer ehrlichen Arbeit nachgehen darf? Richtig - und damit sind wir dann wieder bei den Vorurteilen die sich zum teil einfach bewahrheiten. Das bringt mich gleich zum zweiten das wir ruhig einführen können.

Wenn man herkommt und scheiße baut, straffällig wird wegen weiß der Geier - raus. Kein Gericht, kein streicheln über den Kopf und mach es nicht wieder, keine stille Treppe - raus. Wir haben in dem Land genügend eigene Deppen da müssen wir uns nicht noch die aus anderen Ländern aufbinden.
Wir haben doch gerade wieder genug Unruhen hier. Und dann noch mehr wenn deutsche sich dann in der Wüste einigen Terroristen anschließen. Macht ruhig - aber lasst die nicht wieder rein. Wieso darf sich jeder Sender, jede Zeitung darüber aufregen wie solche Truppen im eigenen Land randalieren statt das mal jemand ganz klar fordert: Raus!

Und ich sitze hier und schüttel den Kopf. Mein Rassismus ist also eigentlich nur auf einen Schwerpunkt beschränkt der sich gut zusammenfassen lässt:

Wenn jemand in dein Haus kommt, von deinem Geld mitlebt und letztendlich nur deine Möbel zerlegt, dich beleidigt und Hausrat verschwindet - würdest du ihn bitten zu bleiben?

Gruß 
Mim

Weil ich nicht wusste wie ich es vorher unterbringen sollte, den Gedanken aber nicht verschwenden wollte: Die Deutschen haben in Sachen Sühne seltsamen Humor:  Über Adolf im WiXXer (Film) wird ordentlich gelacht, aber ein Karnevalist im Hitlerkostüm wird zusammengeschlagen, egal wie lustig der Mensch auftritt.

(Ich darf übrigens über Deutsche lästern, ich bin nur zur Hälfte eine und würde im schlimmsten Fall genauso in der Kammer landen wie andere.)

22.07.2014

Leichte Arbeit

Ich krieg ja die Krise wenn ich sowas hoere wie "Dein Job kann nicht so anstrengend sein das du jammern muesstest" Oder aehnliches. Natuerlich gibts schlimmeres das man fuer weniger geld schuften muss, aber meine Arbeit abzumindern nur weil ich Aufsicht bin finde ich eine Frechheit.



Ich bin Aufsicht. Okay. Das heisst ich ueberwache, koordiniere und Bediene. Repariere, putze und gehe einkaufen. Eigentlich waere das ja schon fast alles. Aber das ist es nicht. Erstmal bin ich knapp neun stunden hier. In den neun stunden wechsel ich fleissig geld und steh fuer jeden misskredit selber gerade. Da gibts keine versicherung. Ich muss den kompletten Laden instandhalten und im gegensatz zu hause kann ich kaum entscheiden wer rein kommt und wer nicht. Da gibts schonmal schlammige stiefel, oelfinger, automatenknutscher, grundsaetzliche ferkel... Das putzen hoert also selten auf. Dafuer muss der Laden schon leer sein und selbst dann faellt staub. Es muss gespuelt, gewischt und gekehrt werden. Das volle programm. Jeden Tag vom neuen, mehrmals pro schicht. Dann ist man natuerlich Dienstleister im gastgewerbe - sprich man bedient die leute. Getraenke, Snacks, frisch belegte Broetchen etc. Leichter Job bisher. Das zermuerbfne ist letzendlich nur die Kundschaft selbst. Die intressieren sich nicht dafuer ob man probleme hat oder stress. Du hast zu funktionieren und das mit einem laecheln. Als Aufsicht ist man ganz schnell viel mehr als Saftschubse und Reinemachfrau. Man wird zum emotionalen Muelleimer. All die Probleme, sorgen und sonstiges wird losgesprochen und weil man kunden halten will funktioniert man. Egal wie unappetitlich es wird, der kunde verliert hier viel Geld, vielleucht sogar noch mehr. Familie, Frau, Existenz. Spielsucht ist ja kein pappenstil.

Mit dem Rauchen oder koksen aufzuhoeren ist viel viel einfacher als Spielsucht zu ueberwinden.
Mit Geld hat man immer zu tun. Man brauchts ja auch. Zigaretten kann man aus dem Weg gehen, mit den neuen gesetzen sogar einfacher als jeher. Und wenn man so mitfuehlend ist wie ich sofern da sympathie vorhanden ist nimmt man den geistigen duennschiss auch mit in den Feierabend. Und trotzdem wird erwartet selbst die schlimmsten noch zu ermuntern. Heute hast du mehr glueck, du siehst aus als gewinnst du heute, versuch doch auf vierzig/sechzig/achtzig cent...

Ich muss natuerlich dazu sagen das ich bei lieblingskunden schonmal brutal ehrlich werde. Ist natuerlich eher geschaeftsschaedigend aber ich kann da kaum aus meiner Haut. Und wenn sie stur sind wie die meisten schimpfen wir zusammen ueber scheiss Automaten und scheiss Chefs und scheiss leben - jeden Tag denn sie kommen ja trotzdem wieder.

Und das sind noch die angenehmeren. Wo schnell viel Geld verloren wird, gehts schnell auch mal aggressiv zur Sache. Da kann man froh sein wenn nur die Automaten angespuckt und oder geschlagen werden. Da gibts noch ganz andere Horrorstories aus Spielhallen. In der Nachbarstadt hat eine herde aggros die Aufsicht soweitgehend sexuell belaestigt das sie jetzt ihre Wochenenden auf der geschlossenen verbringt. Viele Aufsichten beenden zB nach einem Ueberfall das Arbeitsverhaeltnis. Und nach meinem Schraubenzieherdebakel hab ich wochenlang bei jedem tuerklingeln schweissausbrueche bekommen. Ich meine ich krieg sie noch, gerade in nachtschichten. Klar wird die Tuer nachts gesichert aber man laesst potenziell natuerlich erstmal jeden Gast rein. Ausser die in maskierung natuerlich.

Wir Aufsichten sind mehr als Kassenklingler. Und auch wenn eine pflegekraft mehr schuftet, kann man unsere mentale staerke nicht so lapidar unter den Teppich kehren.

18.07.2014

Nachbarn wurden erfunden. Tolle Erfindung. Echt Supi. Nicht.

Vorweg gesagt hatten wir mit dem Nachbarn eigentlich immer ein gutes Verhältnis. Ein so gutes, das
sie damals geholfen haben das wir die Wohnung bekommen und sogar beim Einzug halfen. Ein so gutes Verhältnis das man völlig unbedenklich Dinge ausleihen konnte, das man sich gegenseitig zu den Geburtstagen etwas schenkte und mitten in der Nacht klingeln konnte weil man sonst wohin musste. Eigentlich.

Das ganze kippte erstaunlich schnell und so schlimm um das man sich nicht mehr wohlfuehlt in den Waenden die man bezahlt. Das man mit Bauchschmerzen den Flur betritt und sich voller unbehagen aufs Rad oder ins Auto schwingt weil ueber Nacht wieder Reifen durchstochen oder Zucker im Tank gelandet ist.

Wo fing das also an zu kippen? Eine Bekannte der Seufzerin wurde krank. Sie musste in Kur und sorgte sich um ihre Altdeutsche Schaeferhuendin. Wie man das unter Freunden macht nahmen wir das Tier in Pflege. Soweit so gut. In dem Haus sind Hunde eigentlich erlaubt - eigentlich sag ich, weil es zu dem zeitpunkt schon drei Familien mit Hund(en) im Haus gab, wir aber von der Verwaltung angeschrieben wurden das dass Tier weder angemeldet noch geduldet werde. Nach einem Rueckruf wurde die Sache geklaert, es handle sich nur um ein paar Wochen Pflegefall und nicht um einen Dauerzustand zumal das Tier pflegeleicht und ruhig war. Alles paletti. Ploetzlich wurde im Treppenhaus vermehrt Hundehaare gesichtet (was bei so einem Hund natuerlich ist) die auch beseitigt wurden mit den woechentlichen Wischdastreppenhaussamstagen. Auch soweit so gut. Die Kinder von gegenueber haben schon einen Narren an dem Wauwau gefressen und sie an denen - das einzige Problem war das unser Wauwau den Wauzi besagter Nachbarn nicht mochte. In freier Wildbahn wurde geklaefft und geknurrt, absolute Antipathie auf beiden Seiten.

Nun wurde die Seufzerin auch Krank und musste fuer eine schwere Rueckenoperation ins Krankenhaus. Da blieb ich allein mit Keks und Kegel und bekam das stressige Leben aber gewuppt. Arbeit, Katzen, Gassi gehen mit dem Wauwau drei bis viermal am Tag plus Krankenbesuche alle zwei Tage mit relativ weiten oeffentlichen Fahrwegen. Besagter Nachbar bot an mich hinzufahren wenn ich denn wollte und an dem Tag an dem alles aus unbekannten gruenden kippte begann. Er setzte mich vor dem krankenhaus ab, ich fragte noch was er dafuer bekaeme und bot fuenf euro spritgeld an, da wunk er noch ab und sagte das sei auch so gern geschehen. Okay. Alles wie immer. Zurueck fuhr ich mit dem Bus und im Treppenhaus tat sich weit mehr auf als Hundehaare - ignoranz. Mein gruß wurde voellig verschluckt und nicht erwidert. Kein ding, aeltere Leute hoeren nicht alles, nochmal und es gab nur einen entnervten Blick.

Genau das war der Moment. Aber mir fehlt bis heute ein Grund fuer das nachfolgende Verhalten das nun ins zweite Jahr anlaeuft und inzwischen Formen angenommen hat die ich nicht nachvollziehen kann.

Der Hund bellte angeblich waehrend meiner Abwesenheit stundenlang. Das konnte ich natuerlich nicht nachvollziehen also musste ich das irgendwie pruefen. Was kann man aber von der Arbeit aus anrichten? Herzlich wenig - es sei denn... Teamviewer angeschmissen, Webcam ausgerichtet und unerlaubterweise von der Arbeit aus auf meinen Pc zugegriffen um das heim mal zu beobachten. Das Ergebnis war ziemlich ernuechternd - ein durchweg doesender Wauwau auf dem verbotenen Sofa und herumspielende Fellnasen. Keine zwei stunden zuhause, einmal Gassi gegangen, kam der Anruf von der Hausverwaltung, der Nachbar haette sich beschwert das der Hund durchgehend gebellt hat. Sagte der guten Frau das ich den Hund seit sechs in der frueh auf dem Schirm hatte und das lauteste was er getan haben koennen, geschnarchtes gewesen sei. Woher der Nachbar dann solche Anschuldigungen haette, wurde gefragt und da stellte ich entweder sein gehoer in Frage oder sie solle mal bei allen anderen nachfragen die einen Hund in der Wohnung haetten. Thema erledigt.

Im Treppenhaus wurden die Begegnungen frostig, meine hoeflichkeiten ignoriert - dafuer klingelte dann bald taeglich das Telefon. Hausverwaltung. Es laege eine Petition anderer mietparteien vor das der Hund weg muesste weil gefaehrlich, laut und unsauber. Gefaehrlich? Hoechtens für sich selbst denn der Wauwau war trotz vier Beinen extrem dollpatschig. Kein beissen, kein knurren. Laut? Der Hund bellte nur wenn jemand sturm klingelte was verdaechtig oft geschah aber ich schick ja auch niemandem Briefe das dass Kind weg muesste. Zu laut, zu unsauber. Unsauber - wir sind bis heute die einzigen im umkreis von dreissig hauesern die auf das Wiesenstueck zugriff hatten die Kotbeutel zu benutzen wussten und zwar immer und beinahe penibel gruendlich. Im gegensatz zu dem Hundehalter ueber uns dessen armes Wauzi nur einmal am Tag (Nachts) rauskam und sonst seine Wuerstchen auf dem Balkon setzte was gerade im Sommer fuer ganz neue geruchsvielfalten gesorgt hatte. Also konnte man dem Wauwau in keinerlei hinsicht was ankreiden. Und trotzdem wurde es getan. Der Wau von obenueber schaffte es zB staendig seinen Urin im Treppenhaus abzusetzen, vornehmerweise an der Hauswand damit man noch etwas laenger davon hatte. Was soll man dem Tier das uebel nehmen? Er kommt nur einmal am Tag raus (eventuell) und will nur pinkeln. Unser Pflegewauzi also ein paradebrispiel an Sauberkeit. Gegen die Haare konnte was getan werden, wischen und Scheren. So wurde aus dem langhaarigen Zottel ein kurzhaarschaf. Jeder der mal einen geschorenen altdeutschen Schaeferhund gesehen hat weiss wie laecherlich das aussieht aber der sommer kam und es waere auch angenehmer fuer den Hund. Problem geloest. Eigentlich. Eigentlich deshalb weil die Anrufe zunahmen und auch die Briefe. Ein anwaltliches schreiben unsererseits brachte nur kurz ruhe. Nicht nur besagter Nachbar schnitt nun - nein es folgten eine Handvoll andere. Nicht das sich jemand mal die Muehe gemacht haette perse zu sprechen, nein alles ueber die Verwaltung die auch schon genervt war und dazu ueberging mit zu schikanieren damit der kluegere nachgibt und ruhe einkehrt. Die Seufzerin mittlerweile zurueck, gab es kaum die Chance zu genesen. Es sind zwar Tiere erlaubt aber nicht bei jedem. Gleiches Recht fuer alle nahmen wir an, aber lehrte Orwel uns nicht in der Animal Farm; "Alle Tiere sind gleich. Aber einige Tiere sind gleicher als andere.". Es wurde unertraeglich und das Seelenheil zu garantieren gaben wir nach. Hund musste woanders hin. Freunde. Passt. Haben schon einen Hund und sogar Garten. Und nicht unsere Nachbarschaft.

Eigentlich (!) sollte nun Ruhe einkehren. Eigentlich tat es das aber nicht. Der Hund war weg aber wir haben ja auch Fellnasen. Viel zu viele wenns nach den Nachbarn ging die alle nicht weniger von anderen mietparteien zu dulden hatten und unsere kommen nicht mal weiter als bis zum Balkon dank Netz. Unser Auto stuende staendig falsch. Unsere Fahrraeder wurden nur vor sich hinrosten, laute musik (wir haben nicht einmal eine Anlage dafuer), es wird zuoft gegrillt, wir sind nicht vor zehn zuhause und stoeren mit dem heimkommen alle schlafenden (gut nach einem jahr jede woche irgendwas neues polter ich nachts tatsaechlich durchs Haus, ich trag auf der schicht kurze Schuhe und zieh extra fuer dreissig Treppenstufen meine extrem lauten klacker an) und und und... Ich hab begriffen das wir anscheinend so schlimm sind das man uns rausekeln will - ich hab nur nicht verstanden warum.

Mittlerweile gibt es zwei Fronten im haus - die anderen und wir. Wobei wir zwei drei andere mietparteien haben die auf unsere seite stehen obwohl es sowie glaubens und kulturelle unterschiede gibt aber es ist doch schoen das man zusammenhalten kann. Und noch viel wichtiger, man findet verbuendete. Alle die jemals aufgemuckt haben und kleingemobbt wurden zum beispiel.
Man will nicht das der Garagenstrom auf andere Mieter uebertragen wird weil man a) keine Garage hat weil manch andere direkt zwei haben und b) oben erwaehnter Nachbar seine Truhen dort drin stehen hat und den Hausstrom dafuer nutzt. Abgeschmettert! Der Hund besagter Nachbarn bellt (aha) oft - abgeschmettert.

Besagter Nachbar hat im gegensatz zu allen anderen Narrenfreiheit. Weil er Hausmeister seit zig Jahren ist werden alle anderen nicht angehoert. Auch die Hausverwaltung hat sich schon kloepse an den Hals gebunden wie "Wir waren da und haben x y z gesehen"  ganz oben mit dabei: "Ich war da und habe mir die Raeder angesehen. Die haben alle platte reifen und da fehlen sogar saettel" "Wirklich? Jetzt weiss ich auch warum mich beim anschieben jeden Tag zur Arbeit auch etwas piekst!" Alle anderen Chancenlos. Zu bedauern sind unsere Nachmieter.

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