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22.04.2015

Buchbesprechung: Shades of Grey I



Shades of Grey
Geheimes Verlangen


Ich habe schon viel gehört über Fifty Shades of Grey. Zuviel. So viel wie damals von Twilight und das reichte schon. Ich habe über die Bis(s) Reihe hier im Blog ziemlich abgelästert. Das will ich nicht zurücknehmen, ganz und garnicht, aber im gegensatz zu dem Werk "von" E. L. James ist Bis(s) ein literarischer Leckerbissen. Echt jetzt.

Ich hab die Bücher nicht gekauft im gegensatz zu der Bis(s) Reihe, diese drei Bücher habe ich quasi geschenkt bekommen und wenn ich den Gönner kennen würde könnte ich mich jetzt in den Blumenkübeln der Person übergeben. Wenn man das Buch am Stück liest - Respekt an alle mittlerweile Gehirntoten die das geschafft haben - kann man das vielleicht gut finden denn mit jeder Seite mehr schwindet der eigene Intellekt. Es war also Vorsicht geboten und es wurden viele Pausen eingeplant und auch ungeplant dazwischen geschoben, nur um ein paar Rätsel und Logische Denkaufgaben zu lösen um nicht vollständig vernebelt zu werden. Ein Autor selbst sollte viel lesen - tut es bitte auch, aber nicht diese Bücher. Ich will ja nun keinen spezifisch ansprechen aber seit dem die Bücher rauskamen muss ich bei einigen meiner Chat-Rollenspiel  Partnerinnen einige übernahmen des Buchs lesen, wie zum Beispiel das Kauen auf der Lippe, das berühmte postkoitale Haar und schlimmer noch diese "besondere Position seiner Hose". Jetzt weiß ich woher sie das haben und viel schlimmer noch, ich mochte das vorher schon nicht.

Was mir nach rund 100 Seiten aufgefallen ist, es nicht länger unleugbar ist schlicht das die Autorin sich nicht nur nach Twilight orientiert hat wie es viele getan haben, um etwas von dem Ruhm der Reihe zu kosten, sondern das sie sich vielfältigen Büchern wie Filmen bedient hat. Als Fanfiction ist das alles akzeptabel - daraus ein Buch zu vermarkten finde ich reichlich unverschämt.  Natürlich kupfern Autoren immer mal wieder was ab oder Szenen ähneln sich, ohne Frage. Viele Köpfe viele gleiche Ideen. E. L. James hatte aber keine Ideen und das merkt man. Die Szenerie Milliardär und junges Mädchen kennen wir ja schon von Pretty Woman. Wie sehr das ganze dem ähnelte begriff ich dann an vielen verschiedenen stellen, an einer aber besonders.

Er war aufgestanden, um ihr einen Stuhl zurechtzurücken. Dann deutete er auf zwei große zugedeckte Platten neben ihrem Frühstücksgedeck. "Ich... ich habe mir die Freiheit genommen, alles zu bestellen was auf der Karte steht. Ich wusste ja nicht, was du magst." Er deckte die Platten auf. Auf der einen befanden sich Rühreier mit Schinken, auf der anderen waren Pasteten mit Erdbeeren angerichtet.
Pretty Woman

Ich gehe zu ihm und nehme wie befohlen ihm gegenüber Platz. Der Tisch ist mehr als reichlich gedeckt. "Ich wusste nicht, was du magst, also habe ich eine Auswahl von der Frühstückskarte kommen lassen." Er entschuldigt sich mit einem schiefen lächeln. ... Ich entscheide mich für Pfannkuchen mit Ahornsirup, Rührei und Speck.
Geheimes Verlangen

 Reiner Zufall. So was passiert in vielen Büchern/Filmen. Es wiederholt sich aber.


"Tun die Leute immer, was du ihnen sagst?"
"Wenn sie ihren Job behalten wollen, schon", antwortet er todernst.
Geheimes Verlangen

"Machen die Leute immer alles, was du von ihnen verlangst?"
Er antwortete nichts, sondern legte mit einem tiefen Aufatmen die Hände um ihre Taille und zog sie an sich.
Pretty Woman

Auch das Grey seine Telefonate stets ohne Gruß oder Abschiedsfloskel abrupt beendet haben wir in Eiskalte Engel schon gesehen und manche vielleicht sogar gelesen. Ich hab das Buch zum Vergleich nicht da um es direkt gegenüberzustellen, aber ich bin sicher ich hätte noch reichlich mehr Passagen gefunden die sich ähneln.
 
Der Jacob-Ersatz heißt hier Jose und ist im Vergleich zu dem Original noch überflüssiger. Der Charakter ist in keinster Weise ausgearbeitet noch irgendwann irgendwo in seinem Handeln glaubwürdig. Als wäre er, nur um einige Seiten sinnlos zu füllen, später lustlos hineingeschrieben worden um eine Spannung zu erzeugen die nicht aufkommen will. Stattdessen dreht sich sein Dasein darum ein Klischee nach dem anderen aufzuarbeiten.

Immer gleiche Floskeln werden wieder und wieder aufgegriffen, das sich viele Seiten ermüdend lesen lassen. Ein Dann-Text wäre noch schlimmer, aber das Buch kommt doch bedächtig nach dran. Postkoital ist alles in dem Buch, nach richtig schlechtem Sex. Die Haare, die Stimmung, die Augen, die Bewegungen, der Atem - Postkoital kommt in diesem Buch etwas weniger vor als Vögeln, das dass am häufigsten gebrauchte Wort ist. Was in Twilight 'perfekt' ist in Shades of Grey das 'Vögeln'. Und auch das ständige Lippenkauen von Ana ist nach dem zwanzigsten mal nur noch langweilig. Langweilig ist auch das unnötige umschreiben von einer Inneren Göttin die Ana in sich trägt, die letztendlich nur dafür da ist um den erschöpften Leser zu informieren welche Standarttänze E. L. James alle kennt, denn nichts anderes tut dieses ominöse Wesen. Samba, Rumba, Tango, Pioretten... Um Anas Gefühle zu beschreiben hätte man sich, sofern man dazu fähig ist, was wir mal einfach nicht voraussetzen können nach den ersten zweihundert Seiten viel besser für alles andere entscheiden können.
 
Ana selbst hat die Libido eines zwölfjährigen Jungen - selbst eine Türmatte würde sie zum Orgasmus bringen, denn den hat sie ständig. Viele male hintereinander, durch die bisweilen allerdämlichsten Handlungen. BDSM schreckt mich nicht ab und ich weiß wie viel vergnügen das bereiten kann, aber im Buch sind diese Dinge die sie dazu bewegen absolut aus der Luft gegriffen. Die Dialoge sind stumpf und Massenabfertigung, drehen sich ständig nur im Kreis und wiederholen sich ermüdend oft. Es reicht eigentlich eine davon zu lesen und alle nachfolgenden zu überspringen weil doch nichts anderes passiert. Es fehlt geistiges Niveau. Dirty Talk kann anregend sein - wieso hat sie davon keinen Gebrauch gemacht? Warum hat sie sich nicht in einem einschlägigem Forum registriert und mit BDSMlern ausgetauscht? Vielleicht wäre aus diesem Schinken dann verdient ein Bestseller geworden.

Shades of Grey wurde als Hausfrauenporno bezeichnet und ich bin damit nicht einverstanden. Das was ich unter dem Bergriff kenne, also das was Mütterchen und Großmütterchen so lesen in ihren Groschenromanen, das sind kleine schriftliche Pornos von halbwegs guten Autoren, denn die schreiben ähnlich und besser wie James das macht oder gemacht hat. Bei den anderen Inspirationsquellen würde es mich nicht im geringsten Wundern wenn einige dieser Groschenromanautoren aufgemerkt hätten "Hey, das kenn ich doch" nur ein wenig umgeschrieben und ggf. an das Thema BDSM angepasst. Unglaubwürdig, wenig erotisch, nicht einmal annähernd sinnlich genug um sich dabei zu erwischen sich in Gedanken selbst von Grey 'vögeln' zu lassen. Herr der Ringe hat das bei mir geschafft - wieso tut es ein Roman nicht der deswegen berühmt geworden ist? 
 
Vielleicht kann das Buch tatsächlich kleine Mädchenseelen anheizen, aber ich bezweifle das eine erfahrene Frau daran ernsthaft Spaß haben könnte. Man muss das Buch lesen und versuchen die Buchstaben, die Wörter zu vergessen, sich seine eigene Szene zusammen fantasieren und dann, aber auch nur vielleicht, wäre die Stelle sogar gut. E. L. James nötigt mit ihrer lapidaren Fanfiction lediglich das sich die Leser selbst was besseres zurecht denken müssen. Ein ziemliches Armutzeugnis für einen Autoren.

Was mir so gar nicht in den Kopf will ist das die Bücher auch Geheimes Verlangen in Haushalten geweckt hat. Baumärkte wurden gestürmt, Sexshops erfreuen sich an Riesen Umsätzen bei Spielzeug aus dem SM Bereich - ernsthaft? Gibt es wirklich Leute die sich an diesem Text aufgeilen konnten um es nachzustellen? Die Szenen sind allesamt ohne Gefühl geschrieben und das ist der Grund wieso ich glaube das sie plastisch aus Groschenromanen geklaut und rekonstruiert eingesetzt wurden um etwas zu simulieren wovon James nicht einen Hauch Ahnung hat. Eine wirklich sinnliche Seele kommt bei diesen Umschreibungen doch nicht auf ihre Kosten - soviel Zeit verschwendet was man in einer deutschen Billigproduktion aus der Filmindustrie in zwei Stunden hätte durchkauen können. Traurig aber wahr.

Zum Film, den ich mir auch reingezogen habe, sei gesagt, das die verantwortlichen das beste draus gemacht habe. Sie bekamen einen Haufen Scheiße aus dem ein Film werden sollte der Geld einbringt, sie filterten die Scheiße durch viele viele Siebe und arbeiteten mit den Partikeln die übrig geblieben waren. Das macht den Film um einiges besser als das Buch, aber das sind eben auch nur Partikel von Scheiße. 
 
Wenn ihr wirklich einen guten Film mit schöner Liebesgeschichte dazu sehen wollt, empfehle ich hier an der Stelle 'Secretary - Womit kann ich dienen?'. 
Der dort spielende Anwalt heißt übrigens auch Grey. Und sie ist eine kleine graue Maus. Merken wir was? Ja, aber das dieser Schund nur ein zusammengewürfeltes Manuskript mit dreisten Kopien weitaus erfolgreicherer und bessere medialer Erscheinungen ist, hab ich nicht zu knapp angemerkt.

Mein Beileid an alle die dafür Geld ausgegeben haben.

Eure 
Aya





09.08.2013

Achtung, Baby! - Buchbesprechung



Richtig gelacht habe ich nur einmal. Das bedeutet aber nicht das dass Buch nicht gut ist. Nur, wenn jemand wie ich alles von Mittermeier regelrecht verschlingt was er von sich gibt ist das Buch in vielerlei Hinsicht nichts neues mehr. Viele Gags werden wieder aufgewärmt, viele die man schon kennt, viele die unerwartet wieder auftauchen und trotzdem nicht überraschen. Es gibt natürlich ausnahmen die mich dann zum schmunzeln gebracht haben, aber eben nicht so viele, weil man das „Programm“ schon kannte, wenn auch nicht die Thematik rund ums Buch

Achtung, Baby!
Von Michael Mittermeier
 
Mittermeier erzählt von seinem Leben als werdender Vater und das Leben mit einer Schwangeren. Es wird
erzählt über Gelüste und Zombie-Apokalypsen, Spuckilukitücher und die wunderbare Welt des Kindspechs. Er gibt in seinem Buch keine Tipps raus wie man ein guter Vater wird, dafür gewährt er einen amüsanten Einblick in die emotionale Gefühlswelt eines Mannes der zum ersten mal nach Jahren der Unwilligkeit freiwillig Vater wird. Für Kinderlose ist das Buch interessant zu lesen, weil er oft noch als „Outsider“ des Elternclans Dinge beschreibt und man sich als kleiner Kinderrassist wie ich es zuweilen bin oft wiedererkennt. (Nicht dass er bösartig ist, nur welcher Kinderdesintressierte kann sich bei einem Ultraschallbild das nichts zeigt schon Himmelhochjauchzend freuen?)

Das Buch ist von 2010 wenn ich das richtig aufgenommen habe, von daher schon etwas älter, aber das interessiert mich auf dem Schnäppchenmarkt einen Dreck ob das Buch alt ist oder nicht solange es Lesestoff ist. Daher hab ich dafür auch nicht 15 Euro sondern nur 1,50 gezahlt. Theoretisch dank Verhandlungen weniger, aber ich hab nicht nur das gekauft sondern mehr. Bereuen tat ich es jetzt nicht – einzig allein die Kapitel zum Ende des Buchs ziehen sich etwas zäh. Ich weiß nicht ob es daran lag das ich weiterlesen wollte oder ob es tatsächlich nachgelassen hat – die unzähligen Episoden zuvor retten dem Ende zumindest den gepuderten Hintern.

Für Fans ein Muss, für kinderlose eine Abwechslung und für desinteressierte in Sachen Eltern werden genügend Grund zur Schadenfreude. Oder zur Bestätigung des eigenen Glaubens nie Kinder zu wollen.

Ich mags!

Liebe Grüße
Aya

30.04.2012

Buchbesprechung: vergissdeinnicht von Cat Clarke

Buchtitel: vergissdeinnicht
Autor/in: Cat Clarke
Art: Taschenbuch
Verlag: Lübbe
Kaufpreis: 12,99 € als Buch, 9,99 als download
Reihe: -
Seiten: 286
Erstanden: bloggdeinbuch.de

Inhaltsverzeichnis: Ein weißer Raum. Und nichts darin als ein Tisch, Stapel von Papier und Stifte. Und Grace. Sie weiß nicht wie sie in diesen Raum gekommen ist, sie weiß nicht, warum sie dort ist. Und wie sie jemals wieder aus diesem endlosen Weiß entfliehen kann. Um nicht verrückt zu werden, beginnt sie ihre Gedanken nieder zu schreiben. Ganz allmählich setzt sich dabei das Puzzle ihrer Vergangenheit zusammen – und Grace spürt: Um sich befreien zu können, muss sie die ganze Wahrheit über sich selbst herausfinden.

Und jetzt ich: Ich habe langsam das Bedürfnis ein Buch bei Bloggdeinbuch zu ordern das mir weder vom Titel, noch vom Inhalt auf den ersten Blick gefällt. Dann hätte ich vielleicht mal das Glück ein echt mieses Buch zu bekommen das man allerhöchstens mit dem Hintern liest – als Klopapier. Stattdessen bekam ich wieder ein Buch das mich restlos begeistert hat. Und damit auch das erste über Bloggdeinbuch vom Luebbe Verlag das ich bereit bin in mein oberstes Regal zu stellen. Ihr wisst schon – da wo nur meine Lieblinge stehen. Als ich das Buch erst mal begonnen hatte (was ein bisschen gedauert hat wegen neuem Job und Nachtschichten und Leseverboten und und und…) das war vorgestern, war es im nu durch nämlich gestern. Wie ‚Birningham Newspaper’ schon ganz recht anpreist: Suchtpotenzial.

Nicht nur Grace will die Wahrheit herausfinden, sondern auch der Leser. Endlich mal wieder ein Buch das einen nicht loslässt bis zum Schluss. Einem Schluss der irgendwie weniger überraschend ist dafür aber ein Gefühl von Verlust und dem Aha-effekt bietet. Schade dass es nur knapp dreihundert Seiten waren. Ich mochte diese verrückte Schilderung der zweiundzwanzigjährigen und das kribbeln auf der Haut wenn ich an Ethan dachte.

Inhalt: Vor der Inhaltsbeschreibung hatte ich ein bisschen Panik – denn da passiert viel. Und wie filtert man viel raus ohne die Inhaltsangabe abzuspulen und nicht zu viel zu verraten obwohl ich darauf brenne es zu verraten, denn das Buch ist toll. Gut ich versuchs, immerhin seit ihr es gewöhnt.

Grace ist also in diesem weißen Raum. Sie hat Stifte und Papier, ein eigenes Bad, das beste Bett der Welt und Ethan. Ethan ist der Typ den sie an dem Abend kennen gelernt hatte als sie versucht hatte sich umzubringen. Offenbar hat er sie betäubt und verschleppt denn nun ist sie in diesem Raum. Und weil ihr Gastgeber Kidnapper nicht wirklich gesprächig ist, dafür doppelt so gut aussieht beginnt sie zu schreiben weil er das auch offensichtlich möchte das sie es tut. Seine Antworten und Anweisungen sind sehr kryptisch, also interpretiert Grace diese eben ganz eigen. Also schreibt sie. Grace  lebt mit ihrer Mutter alleine, weil ihr Vater sich vor drei oder fünf Jahren mit seinem Auto auf die Gleise stellte und auf den Zug gewartet hat. Warum das wissen beide nicht – damit umzugehen schon. Während die Mutter sich in London herumtreibt und das Erbe verprasst, greift Grace zum Messer, ritzt sich, trinkt Unmengen und vögelt sich durch so ziemlich jedes paar Männerbeine das sie finden kann. Ihre beste Freundin Sal wird auf einmal schwanger und macht ein großes Geheimnis um den Verursacher, was Grace in den Wahnsinn treibt. Kurz vor der gewollten Abtreibung zerstreiten sich beide Freundinnen und reden nicht mehr miteinander. In der Zeit lernt Grace Nat(haniel) kennen und auch was es bedeutet sich wirklich zu verlieben obwohl sie stets eine Verfechterin dessen war, das es so eine Scheiße wie Liebe gar nicht gibt. Mehr will ich dazu jetzt gar nicht sagen ohne das Gefühl zu haben zuviel zu erzählen.

Grace erzählt also alles auf diesen Blättern die der geheimnisvolle Ethan ihr hinlegt, was in den letzten Wochen gesehenen ist um herauszufinden warum sie hier ist. Ethan ist bestimmt freundlich bringt ihr dreimal täglich was zu essen und unterhält sich auch mit ihr. Auf die Frage wann sie endlich wieder raus kann, antwortete er sehr wage. „Wenn sie die Wahrheit herausgefunden“ hat und „sie ist so kurz davor.“ Dann träumt sie viel in ihrer Gefangenschaft, kann bisweilen nichts mehr das eine vom anderen unterscheiden und als die erste Fluchtmöglichkeit kommt: Bleibt sie da. Sie bleibt. Weiß um die offene Tür und setzt sich wieder hin zum schreiben. Warum?


Fazit: Grace trinkt viel. Eigentlich trinkt sie sogar richtig viel. Es gibt nicht ein Kapitel (Das in Tagen unterteilt ist) wo sie nicht irgendwas trinkt. Einerseits ist es abschreckend weil man dann schon so ein Bild vor sich hat, andererseits hab ich echt Lust bekommen mir auch ein Glas Roten zu holen. Und Cidre. (EBBELWOI!!!) Scheiße… das mach ich jetzt auch! Und dann stoßen wir an, auf ein wirklich, überraschend großartiges Buch. 5 Sterne.

Liebe Grüße
Aya

02.04.2012

Buchbewertung: Martin Lagoda - Gästeaustreibung

Buchtitel: Gästeaustreibung
Autor/in: Martin Lagoda
Art: Taschenbuch
Verlag: Schardt Verlag
Kaufpreis: 8,00 €
Reihe: -
Seiten: 113
Erstanden: bloggdeinbuch.de

Inhaltsverzeichnis: Gastgeber erliegen oft einem beglückenden Rausch. Sie freuen sich aufs Einkaufen, Kochen Tischdekorieren und einen schönen Abend. Vor allem aber auf ihre Gäste. Doch was ist, wenn der Gast zum Alptraum wird und aus dem anfänglichen Hochgefühl ein Martyrium?

Endlich da: Ein Ratgeber für gequälte Gastgeber! Vom russischen, französischen oder italienischen Themenabend bis hin zu Dekorationstipps und kulinarischen Attacken bekommen Sie hier das strategische Rüstzeug für den Gegenschlag. Bereiten Sie Ihren Gästen einen wahrlich unvergesslichen Abend.
Auf das das sie nie wiederkommen.

Und jetzt ich: Mal wieder ein mächtig dicker Schinken von bloggdeinbuch.de über sensationelle 113 Seiten, wenn man den Buchdeckel mitzählt. Das Buch ist auffällig rot, liegt leicht in der Hand, passt nicht in eine handelsübliche Handytasche, dafür in die Handtasche. Quasi zum zwischendurch auffrischen. Muss man auch. Ich empfehle das Buch aber nicht irgendwo da zu lesen, wo man sich womöglich vor Lachen bepinkeln könnte.

Nach ungefähr nur ungefähr zwei Seiten wusste ich schon das das Buch saukomisch war. Der Anfang tat sich etwas Schwer (über die erste Seite wohlgemerkt) und schoss dann mit einem Brüller nach dem anderen auf. Ich bin ganz dankbar das dass Buch wirklich nur so Schmal ist – noch ein bisschen mehr und es hätte sehr peinliche Situationen im Studio gegeben. Das Inhaltsverzeichnis auf dem Buchrücken würde ich aber dringend verändern. Es macht zwar neugierig aber es beschreibt das Buch nicht annähernd als das was es ist, nämlich dermaßen ironisch das Leute ohne feinstimmige Humorstufen nichts damit anfangen können, was schade ist.

Inhalt: Das ist ziemlich einfach gesagt: Name ist Programm. Martin Lagoda möchte uns armen Gastgebern dazu verhelfen das wir nicht ständig mit all den Nebenwirkungen eines Gasts oder mehreren zu kämpfen haben. Wie zum Beispiel Unzufriedenheit, elendig lange Gespräche, Kalorien- und Erbsenzähler, jene die deinen Teppich versauen und ganz besonders die die anbieten nach dem Essen abzuspülen aber als erstes die beschauliche Runde verlassen nachdem sie sich auf unsere kosten vollgefressen haben. Da gibt es eine sehr einfache Methode: Wir müssen ja niemanden einladen! Denkste – auch das Problem packt Lagoda beim Schopfe. Ich schildere grob: Horst und Klaus sitzen in der Innenstadt in einem Cafe und unterhalten sich besinnlich über Lyrik, Dramen und landen bei Shakespeare und zitieren den Herren auch fleißig. Just in dem Moment kommt ein Straßenreinigungstrupp samt tosender Maschine vorbei und während  Horst gerade fröhlich zitiert: „Kann morden gar so frei uns stressen?“ versteht Klaus „Dann morgen also bei uns Essen.“ Klaus bedankt sich fröhlich und Horst sitzt in der Falle.

Genau dafür ist dieses Buch geschrieben worden! Denn ab jetzt kann man sich durch Kapitel wie ‚Russland’ lesen, bei dem man sein Esszimmer mit Klimaanlagen auf unter dreißig Grad friert, während reichlich Wodka serviert wird. Anbei Rezepte für rare russische Spezialitäten wie zum Beispiel Mongolisches Reitertartar, das vorwiegend gewonnen wird, in dem Reiter ein stück Fleisch unter ihren Sätteln und zwischen ihren Pferden aufbewahren damit es an Geschmack und Aroma gewinnt um es dann, wenn es eine süße grünstichige Farbe angenommen hat, als rohes geschnetzeltes zu servieren. Oder den italienischen Themenabend wo man zu jedem Gang drei neue Italiener dazu einlädt die neben dem Essen lautstark das aufgenommen Fußballspiel Madrid gegen Puselmuckel zum xten mal anfeuern, während man seine Gäste mit Zwiebelgerichten zu unterdrückten Gasexplosionen animiert. Auch gelungen, der französische Abend, an dem man vorzugsweise jene einlädt die sich am liebsten über ihr Essen beschweren. Zu Fett, zu kohlehydratreich, zu viel, zu alles. Und zwischen diese setzt man jeweils einen unheimlich dicken Menschen, die fürstlich speisen, während man die dürre Horde nicht enttäuscht und ihnen solch Delikatessen vorsetzt wie ‚In Quellwasser gedünstete Kastanien ohne Kastanien’ und ‚Wasserkopf von Stallkanninchen ohne Kopf’. Auch solchen nervigen Angelegenheiten wie mit Freunden zusammen kochen kann man sich zukünftig entziehen! Laden sie ihre Freunde ein bei ihnen zu kochen unter dem Themenabend Hostel: Spendieren sie für alle Fleckensichere Schürzen, Gummistiefel und Schlachtmesser, denn heute gibt es viele Gerichte vom Kalb – das sie natürlich unter Anwesenheit ihrer ‚Freunde’ frisch schlachten werden.
Wer nach all den Vorschlägen immer noch gern gesehener Gastgeber ist, der hat wirklich kranke Freunde und sollte abstand nehmen.

Fazit: Ohne viel Tara – das Buch bekommt alle 5 Sterne, gratis Seitenstechen und einen sehr großen Weiterempfehlungsstern. Ob man das wirklich anwenden will bleibt ungesagt, aber wenn man es mal nötig hat...

Liebe Grüße
Aya

24.01.2012

Die wir am meisten lieben - Nicholas Evans

Buchtitel: Die wir am meisten lieben
Autor/in: Nicholas Evans
Art: Hardcover m. Schutzumschlag
Verlag: rütten & loening
Kaufpreis: 19,99 auf der Verlagswebseite
Reihe: -
Seiten: 366
Erstanden: bloggdeinbuch.de

Inhaltsverzeichnis:
Es gibt wenig Liebe im Leben des kleinen Tommy, sein einziges Glück ist seine Schwester Diane, die versucht in Hollywood ein Star zu werden. Als Tommy im Internat gehänselt und gequält wird, rettet Diane ihn doch dann kommt es zu einer Katastrophe. Vierzig Jahre später ist Tom ein anerkannter Dokumentarfilmer, das Geheimnis seiner Vergangenheit trägt er immer noch mit sich herum. Bis plötzlich sein Sohn, den er kaum kennt in Schwierigkeiten gerät.
Ein Roman über Liebe, Schuld und die Erkenntnis dass man die Vergangenheit manchmal doch ändern kann.

Und jetzt ich: bloggdeinbuch.de ist eine Erfindung für mich. Da darf man sich eines der Bücher aussuchen, liest es Probe und bloggt dann drüber – sofern der jeweilige Verlag sagt: Ja du darfst lesen und zerreißen. So in etwa. In dem Fall war es Nicholas Evans mit Die wir am meisten lieben. Um ehrlich zu sein hätte ich das Buch nie im Leben genommen – wenn da nicht die Erinnerung aufgefrischt worden wäre. Auch wenn ich den Film lieber mochte als das Buch, war der Pferdeflüsterer doch auch von Evans. Der einzige Grund das Buch zu nehmen und jetzt muss ich sagen: Gott sei dank hab ich es genommen!

Handlung: (SPOILER!) Es geht um Tom und Tommy. Tom ist Autor und wird im laufe des Buchs erst zu einem anerkannten Dokumentarfilmer (ist zumindest anzunehmen, denn dominant war das Thema nicht, ich dachte er wäre nur Autor… aber gut zu wissen was einem der grässliche Schutzumschlag glaubhaft machen will. Da kann aber weder der Autor noch der Verlag was für, ich hasse Schutzumschläge einfach nur.) und es geht um Tommy den zehnjährigen Westernfan. Beide sind ein und dieselbe Person. Ich weiß allerdings nicht wie ich die Handlung wiedergeben soll ohne euch zu verwirren. Im Buch kommt es ganz logisch, also versuche ich mal Vergangenheit vor Gegenwart zusammen zu fassen.
Tommy ist Westernfan (das muss ich erwähnen denn es ist im Buch dominierend) und lebt bei seinem Vater und seiner Mutter in England. Seine Schwester Diane ist sehr viel älter und will als Schauspielerin Karriere machen. Als Tommy Zehn wird beschließen die Eltern mit Protest von Diane, Tommy in ein Knabeninternat zu schicken, wo der arme unter anderem wegen seinem Bettnässen gehänselt wird. Als er endlich einen wahren Brief rausschmuggeln kann an seine Schwester Diane, zieht die kurzerhand einen Schlussstrich, beichtet Tommy das sie eigentlich seine Mutter ist und weil sie ihn so früh bekam hat sie mit ihren Eltern, sprich seinen Großeltern beschlossen das er aufwachsen soll als sei sie seine Schwester. Als das mit dem Internat und bla alles eskaliert und Diane eine zusage aus Hollywood bekommt packt die Tommy mit Sack und Pack ein und nimmt ihn mit in die Staaten. Dort trifft er auch auf den abgehalfterten Fernsehstar Ray, der Diane später auch den Ring an die Hand steckt. Während Diane on den Kritikern hochgejubelt wird, wird Rays langjährige Westernserie wegen mieser Quoten abgesetzt. Diane ist erfolgreich, Ray feiert seinen Absturz mit Exessen. Während eines gemeinsamen Drehs von Ray und Diane erfährt Tommy die ganze Welt hinter dem Schein, findet durch Zufall raus das Ray der von den Regisseuren als untalentiert betrachtet wird, eine Affäre hat. Er will es Diane aber nicht sagen bevor die nicht von allein mit Scheidung käme, was sie vermeiden will weil sie Tommy mit Ray doch eine richtige Familie geben wollte. Es kommt aber wie es kommen muss, Ray verschweigt Diane nicht nur zwei vorherige Ehen, sondern auch eine Tochter die eines Tages vor der Tür steht und packt ihre Klamotten. Bei Rays ehemaligen Stuntdouble Cal kommen Tommy und Diane eine weile unter, bevor sie zurückfährt um ihre Pässe zu holen. Ray überrascht beide zuhause, die Situation eskaliert, Ray versucht Diane umzubringen und der kleine Tommy schnappt sich Rays Revolver den er nicht abschließt, zielt auf Ray und erschießt ihn schließlich bevor es noch schlimmer kommt. Weil Diane nicht will dass Tommy dafür zur Verantwortung gezogen wird, entfernt sie seine Fingerabdrücke, setzt ihre eigenen an und trägt für das ganze fortan die Verantwortung. Vor einem Gericht wird sie des Mordes beschuldigt und hingerichtet.

Als Tommy dann später zu Tom wird, heiratet er eine Gina, mit der er schließlich einen Sohn bekommt: Danny. Tom ist erst seit ein paar Jahren trockener Alkoholiker, was auch bewirkt hat das Gina sich hat von ihm scheiden lassen um deinen Dutch zu heiraten (kann mir nebenher mal jemand verraten wie man den Namen ausspricht?) und Danny sich von ihm entfremdet hat. Das letzte Gespräch das Tom und Danny für lange Zeit führen sollten, war als Danny ihm sagte er wolle als Soldat dienen. Tom der nichts davon hielt und Danny der seinen Kopf durchsetzte führte schließlich dazu, dass sie gar keinen Kontakt mehr miteinander hatten. Bis auf jeden Tag als die Nachrichten zeigten, dass unter anderem Danny wegen eines Kriegsverbrechens angeklagt waren. Seine Exfrau ruft er an um näheres zu erfahren. Das ist im Grunde die Nebenhandlung des Buchs, denn klein Tommy ist da sehr viel dominanter oder ich fand es einfach interessanter, also in Kurzform: Danny ist angeklagt und Tom versucht zu helfen wo er kann. Er sucht einen sehr guten Anwalt heraus, der Rest ist Verfahrenssache die aber Vater und Sohn wieder näher und näher bringt so dass Danny auch der erste Mensch ist der erfährt das Diane weder mit 13 Jahren einen tödlichen Autounfall hatte noch das sie seine Schwester war – also Tom erzählt die Handlung die man durch Tommy miterlebt und spürt das er endlich loslassen kann, nach dieser großen beichte. Mittendrin wird er auch mal selbst Großvater, Danny kommt mit Notwehr durch und die Familie ist wieder vereint. Mit Dutch.

Fazit:
Das Buch wird in Dualität von Gegenwart zur Vergangenheit gelesen, was bedeutet das Tom und Tommy sich, Kapitel für Kapitel selbst erklären. Da muss man aber auch erstmal drauf kommen. Ich brauchte einen Moment länger bis ich in Tom und Tommy ein und dieselbe Person sah – vorrangig auch deshalb weil Kapitel eins noch von Tommy erzählt, im zweiten Kapitel aber Tom dran ist. Das ist eine echt interessante Form die Evans da gewählt hat und sie sorgt für spannung. Während Tommy gerade erlebt, kann Tom schon rückblickend davon erzählen. Das Buch sorgt also damit allein schon für angenehme kurzweile.
Das Buch hat mich an vielen Stellen einfach nur gepackt und gerührt, so dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich sah in Tommy soviel Ähnlichkeiten ohne dass welche vorhanden waren in dem ausmaß das ich stunde um Stunde nicht nur Evans Schreibstil hing sondern auch an Tommys Sicht der Dinge. Ein fabelhaftes Buch, das in jedes Regal gehört. So stell ich mir gute Bücher vor!

Liebe Grüße
Aya


PS: Wer das Buch haben will weil man es haben sollte, bestellt sich das einfach hier: KLICK!

28.08.2011

Buchbesprechung: Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück

Buchtitel: Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück
Autor/in: Helen Fielding
Art: Taschenbuch zum Film
Verlag: Goldmann
Reihe: Bridget Jones
Seiten: 345 + Danksagung
Erstanden: Schnäppchenmarkt

Beschreibung: Bridget Jones ist eine Frau von Heute: Sie hat einen Mann, dafür eine Mutter, die es nur gut mit ihr meint, und einen besten Freund, der nicht auf Frauen steht. Und sie hat Jude und Shazzer. Gemeinsam löst das Damentrio alle zentralen Fragen der Daseins – von der Bindungsangst der Männer über Dreißig bis zur Interpretation von Schwangerschaftstests. Doch vor ein paar von Bridgets Problemen kapituliert sogar der weibliche Krisenstab. Sie heißen: Daniel Cleaver, Mark Darcy und – Mutter.

Und jetzt ich: Das Buch wird auch vertreten als Tagebuch der Bridget Jones, weil es eben genau das ist – ein Tagebuch in dem ein neugieriger Mensch, wie ich zum Beispiel, seine Nase stecken kann und in ein anderes Leben eintaucht. Und auch wenn Bridget es nicht leicht hat mit ihrem Machochef und dem fürnehmen Briten Mark, es ist saukomisch, wirklich saukomisch zu lesen. Natürlich gibt es zum Film nicht allzu viele Parallelen aber auch vom Film unabhängig ist das Buch wirklich köstlich zu verfolgen. Und das mit Suchtpotenzial, einfach nur ein ganzes Jahr mit Bridget Jones verbringen, bei dem Versuch das Rauchen aufzugeben, abzunehmen und gefälligst keine Lotterielose zu kaufen.

Das Tempo im Buch ist angenehm und lässt keine Langeweile aufkommen. Ich glaube jede Frau die das Buch liest wird verdammt froh sein, gen Ende eine völlig bekloppte Mutter zu haben, denn das ist immer noch besser als das was Brigdet auf die Welt gebracht hat – oder eben auch nicht. Es teilen sich britischer Humor, neben spritzig witzigen Anekdoten die Welt der Singles aufzurütteln die letztendlich doch auf ihre Figur scheißen weil es immer jemanden gibt der Kritisiert, ob man jetzt so ist oder so.

Fazit: Ich denke, das zweite Buch werd ich mir auch noch dazu leisten denn das war tatsächlich eine interessante Lektüre, die man sich immer wieder mal gönnen kann. Ebenso wie Schokolade zum Frühstück.

Liebe Grüße
Aya

26.08.2011

Buchbesprechung: Hexen, hexen




Groß- und Hochmeister Hexe im Buch,
Oberhexe im Film



Buchtitel: Hexen hexen
Autor/in: Roald Dahl
Art: Taschenbuch zum Film
Verlag: rororo
Reihe: -
Seiten: 197 + Biographie
Erstanden: Schnäppchenmarkt

Beschreibung: Im Märchen haben Hexen immer alberne schwarze Hüte auf, tragen schwarze Umhänge und reiten auf dem Besen. Diese Geschichte ist jedoch kein Märchen. Sie handelt von echten Hexen… echte Hexen tragen ganz normale Kleider und sehen auch wie ganz normale Frauen aus. Sie wohnen in normalen Häusern, und sie üben ganz normale Berufe aus. Deshalb ist es so schwer, sie zu erwischen.

Und jetzt ich: Das typische rororo Taschenbuch zeigt auf der Rückseite meistens einen themenbasierten Comic, den ich euch vorenthalten muss weil er .. nun ja er ist nicht komisch. Er soll es sein und hat irgendwie die Pointe versaut aber das wäre ja nicht das erste mal. Ach so, ja ihr wolltet ja was über das Buch erfahren:

Und zwar geht es in der Geschichte, erzählt in der Ich-form um einen kleinen Jungen namens Luke und seiner Großmutter. Seine Großmutter ist spezialisiert darauf dem kleinen Luke alles über Hexen zu erzählen was sie weiß und das ist offenbar eine ganze Menge. Es wird im Buch aber eher weniger darüber bekannt gegeben, woher sie das alles weiß, noch wie sie genau zu ihrem fehlenden Daumen gekommen war. Kurz darauf kommen Lukes Eltern bei einem Unfall ums Leben und er zieht mit seiner Großmutter nach England, wie die Eltern es im Nachlass gewünscht hatten. Dort trifft Luke auch seine erste echte Hexe und dank der Tipps die er von Oma bekommen hat, fällt er nicht auf ihr getue herein mit denen sie wie alle anderen echten Hexen, kleine Kinder lockt um sie dann zu verhexen, zu vergiften also eigentlich gänzlich ausrotten. Luke bekommt zwei weiße Mäuschen und die Großmama eine Lungenentzündung. Nach einigen Tagen Bettruhe wollen beide nach Norwegen um es zu feiern, die Ärzte widersprechen aber und schicken Luke samt Großmutter lieber an ein Hotel an der Küste, damit sie in Ruhe wieder zu Kräften kommen kann. Luke der schon ahnt das es tierisch langweilig wird, nimmt seien Mäuse heimlich mit und wird prompt erwischt. Deswegen bildet er seine Haustiere nun auch zu Zirkusmäusen aus – und zwar in dem leeren Ballsaal, der für die Königliche Gesellschaft zur Verhinderung von Kindesmisshandlungen (KGVK) reserviert ist. Luke fängt an zu dressieren, da füllt sich der Saal schon mit vielen Frauen und das grauen beginnt. Denn nachdem die seltsamen Frauen erst die Türen verschlossen haben, nahmen sie alle ihre Perücken von den schorflastigen Glatzköpfen, entfernten die Schuhe von ihren zehenlosen klobigen Füßen und auch die Handschuhe von ihren krallenartigen klauen. Und auf dem Podest nimmt die Anführerin sogar eine ganze Maske von ihrem Gesicht und das Grauen, das Luke ergriff, war das es die Hoch- und Großmeister-Hexe und die war nicht so lieblich wie die Maske zu sagen schien sondern entsetzlich hässlich! (Im Buch wird festgehalten, über eine ganze Seite, wie entsetzlich). Luke der nun alles über Hexen von seiner Großmutter wusste, ahnte das er besser nicht atmen sollte und Gott sei’s gelobt das er seit Wochen nicht mehr geduscht noch gebadet hatte. Denn Hexen können Kinder riechen. Sie riechen für sie wie nach Hundekötteln! Luke bleibt lange unentdeckt und kann die ganze Tagung mitverfolgen. Das Ziel der Hexen? Alle Kinder in England auszurotten, durch gratis Schokolade das jeden der sie isst in eine Maus verwandelt. Beispielhaft demonstriert an einem gierigen Jungen namens Bruno Jenkins. Es kommt wie es kommt, Luke wird doch irgendwann entdeckt und kann nicht entkommen. Von nun an ist er eine Maus – aber er hat noch einen Plan, sich für das zu rächen was er nun ist und vor allem alle Hexen in England auszulöschen!

Fazit: Für Kinder ab Zehn Jahren steht auf dem Buchdeckel, das finde ich auch ganz vernünftig. Nicht das das Buch besonders schwer zu lesen wäre, im Gegenteil, durch Lukes Ich-form wird vieles überflüssige schlicht zusammengefasst, aber ich befürchte bei jüngeren kann getrost darauf verzichtet werden sie damit panisch zu machen, das nette alte Damen im Nebenhaus ihre Kröten kochen könnten.

Wer das Buch vorlesen möchte, sollte nicht auf das Vorwort verzichten und man sollte am besten eine Frau sein, warum sag ich jetzt einfach nicht.

Von mir für das kurzweilige Buch Vier (von Fünf) Sterne und eine nicht zu bedauernde Erweiterung meiner Sammlung.


Zum Film: (Spoiler)  Ich mag den Film. Nicht zuletzt wegen Angelika Housten, die ich ganz bezaubernd finde, sondern weil der Film ansprechend unterhält. Etwas zu gruseln, was zum lachen und vor allem Unterhaltung zum nachdenken. Allerdings bedaure ich es ziemlich das der Film viele Fragen offen lässt – und das Buch genauso. Ich wollte immer mal wissen weshalb der Großmutter nun der Daumen fehlt. Wird alles nicht erklärt. Im Film gibt es noch eine ‚gute Hexe’ die Luke hinterher wieder in einen Jungen verwandelt, wie schon erwähnt – im Buch gibt es die also nicht. Er bleibt weiterhin eine Maus nach seinem erfolgreichen Attentat, dafür aber schmieden sie wie im Film Pläne um auch die anderen Hexen überall auf der Welt in Mäuse zu verwandeln. Für Kinder ist der Film finde ich eher verstörend, für heranwachsende und erwachsene eine anschauliche Performance ohne durch spezialeffekte zu sehr aufzutragen, sind selbst die Mäuse süß in Szene gesetzt. Und jetzt guck ich mir den Film noch mal an!

Liebe Grüße
Aya

08.07.2011

Buchbesprechung: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch von Michael Ende

Mein Cover sieht anders
aus als das hier o.O


Buchtitel: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Autor/in: Michael Ende
Art: Hardcover
Verlag: K. Thienemann’s Verlag
Reihe: -
Seiten: 237
Erstanden: Trödelmarkt, 2,00 €

Inhaltsverzeichnis: Beelzebub Irrwitzer ist eine talentierter und erfolgreicher Zauberer. Trotzdem ist es ihm dieses Jahr nicht gelungen, sein Soll an bösen Taten zu erfüllen, denn der Hohe Rat der Tiere hat Verdacht geschöpft und ihm einen Aufpasser ins Haus geschickt - einen kleinen Kater mit dem klangvollen Namen Maurizio de Mauro. Zwar ist dieser ein bisschen einfältig und zu vertrauensselig, aber sehr neugierig, so das Irrwitzer doch vorsichtig sein mussten und nicht in gewohnter Art und Weise Böses zaubern konnte. Seiner Tante Tyrannja Vamperl erging es ähnlich - der Rabe Jakob Krakel beobachtete sie sorgfältig, was ihren Tatendrang erheblich bremste.
Nun sitzen Irrwitzer und Tyrannja schön in der Klemme, denn wie sollen sie in einer einzigen Nacht all ihre Rückstände aufarbeiten? Doch Tyrannja hat einen glänzenden Plan, der ihnen beiden zu schnellem Erfolg verhelfen und gleichzeitig die beiden Spione ausschalten soll, ohne dass diese den Braten riechen. Hektische Vorbereitungen beginnen, denn die Zeit drängt.
Wird es der Hexe und dem Zauberer gelingen, ihren teuflisches Vorhaben zu verwirklichen?

Grund zum Kauf: Das erste mal hab ich von dem Buch gehört da war ein Knirps. Und da hat unsere Klassenlehrerin uns das Buch in einzelnen Kapiteln vorgelesen. Hinterher haben wir noch das dazu gehörige Theaterstück besucht und es ist – Jahre her gewesen. Allerdings hat mich das Buch nie losgelassen und das trotz dass ich nicht mal mehr wusste worin es in dem Buch ging. Und als ich es auf dem Trödel entdeckt hatte, schossen mir alle Erinnerungen – oder eben auch nicht – in den Kopf und ich kam, sah und zahlte. Ohne jede Verhandlung. Und es stand genauso lange unberührt im meine Regal – bis ich endlich die Zeit fand mich voll drauf zu konzentrieren.
Zugegeben  - ich glaube das ist das erste Buch was ich von Michael Ende überhaupt gelesen habe. Fantasyfans werden mich jetzt steinigen wie ich - ausgerechnet ich – um Die Unendliche Geschichte habe rumkommen können. Als Antwort dazu: Keine Ahnung. Ich wollte das Buch immer mal lesen und hab es noch nie getan. Weiß der Geier warum. Vermutlich weil Ich das Buch nie in den Händen hatte. Oder vielleicht weil ich es hatte und es nicht so aussah wie im Film. Wie auch immer – Michael Ende ist an mir spurlos vorbeigezogen und dafür muss ich mich entschuldigen.

Handlung: Tantchen und Neffe werden beobachtet – von zwei Spionen, ausgesandt vom Hohen Rat der Tiere. Tantchen und Neffe sind nämlich böse Hexen und Zauberer die die Umwelt vergiften, Tierarten ausrotten und so weiter. Eigentlich. Denn am Silvestermorgen taucht ein Gerichtsvollzieher der Hölle auf und weist beide daraufhin das sie dieses Jahr ziemlich schlampig damit waren böses zu tun, und jetzt haben sie nur noch rund 12 Stunden Zeit um das nachzuholen, sonst werden sie persönlich gepfändet. Unter der strengen bewachung der beiden Spione, müssen die beiden also eine Lösung finden – die findet sich auch, dank dem angereisten Tantchen Tyrannja, denn sie hat die hälfte eines Rezepts für den Wunschpunsch – glücklicherweise hat Irrwitzer die andere Hälfte. Während der Rabe und der Kater sich einen Plan überlegen wie sie die beiden daran hindern können, den Wunschpunsch fertig zu stellen, brauen und misstrauen Tante und Neffe den Trank und sich gegenseitig. Natürlich – mit einem Happy End. Ich verrate jetzt nur nicht für wen ;)

Fazit: Auch wenn Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch als Kinderbuch gehandhabt wird, sind darin doch einige Spitzen zu bemerken die, wenn ich recht davon ausgehe, für Kinder eines bestimmten Alters nicht zu erfassen sind, was aber die erwachsenen herrlich amüsieren dürfte. Ja, ich habe das Buch ausgelesen und war amüsiert – und das in einem Stück. Die Kapitel sind unterteilt in Zeiteinheiten, denn die ganzen 240 Seiten spielen an einem Tag, aber logisch versetzt und man lernt nebenbei auch wieder eine Manuelle Uhr zu lesen. Oder auch nicht. Letztendlich springt man von einem Kapitel zum nächsten um zu wissen wie es voran geht. Mein Fazit also: Super Buch um es beispielweise seinen Kindern vorzulesen und nicht selbst angeödet zu werden von schnöden Kinderbuchthemen und sich selbst gleich mit zu unterhalten. Und wenn man es nicht gerade vorliest, ist es immer noch eine schöne leichte Lektüre für zwischendurch.
Euer Zottelchen

16.06.2011

Buchbesprechung: Die Königin der Unsterblichen - Maria Dahvana Headley

Buchtitel: Die Königin der Unsterblichen
Autor/in: Maria Dahvana Headley
Art: Taschenbuch
Verlag: Knaur.
Reihe: -
Seiten: 523 inkl. Zusatzmaterial
Erstanden: Testleseraktion, Droemer-Knaur.

Beschreibung: Ihr Land – verloren. Ihre Kinder – versklavt. Ihr Mann – tot. Aber Kleopatra von Ägypten will sich nicht geschlagen geben. Verzweifelt beschwört sie Sachmet herauf, die Göttin des Krieges. Doch Sachmet bringt ihr keine Rettung, sondern verwandelt sie in eine Kreatur der Dunkelheit – und in Kleopatra erwacht nicht nur der unstillbare Durst nach Rache an der betrügerischen Göttin, sondern auch nach warmen Blut…

Und jetzt ich: Als ich das Paket von Droemer-Knaur erhalten habe schwebten mir drei Millionen Fragezeichen über den Kopf. Nach endvergewaltigung jedes Kartonteilchens, sandte man mir ein Buch das ich nie gesehen habe und ein Schreiben, das ich als Testleser für Droemer Knaur ausgesucht worden bin. Mein Mausskript wollen sie allesamt nicht, also trösten sie mich mit dem Erfolg einer anderen Autorin. Ihr Herzlosen Bast – okay weiter im eigentlichen Text.

Nach Inhaltsverzeichnis wusste ich direkt – das Buch mag ich nicht! Nach den ersten zwei Seiten wusste ich: Das mag ich nicht! Und nach den ersten Zehn Seiten wusste ich ganz definitiv: Das mag ich. Das mag ich sogar sehr. Erstaunlicherweise kommt man in dem Buch als Frau in jedem Genre auf ihre Kosten. Glaube ich. Oder nur ich, das kann natürlich auch sein. Sexy Frauen, Sex und blutige Rache, Männer in Lederrüstungen, Römersandalen.. okay nein doch nicht.

Kleopatra beschwört eine uralte vergessene Ägyptische Göttin aus ihrer Verbannung und rechnet trotz der Warnungen ihres weisesten Weisen nicht mit den Nachwirkungen die die Beschwörung, ihr Land zu retten nach sich zieht. Noch viel besser – sie will auch das ihr erst kürzlich den Freitod gewählter Geliebter wieder aufersteht. Maria Headley unterstreicht die Tatsache mit sadistischem Genuss, denn sobald der wieder durch Sachmet auferstanden war wird er direkt wieder gekillt und damit beginnt der ganze Rachefeldzug auch.

Octavian (erstaunlich das ich den Namen immer noch im Kopf hat. Lesen bildet, Kinder, lesen bildet wirklich!) Herrscher von Rom ist dabei Ägypten zu unterjochen, was der Königin natürlich nicht so gut gefällt. Ihr Gemahl, ein Verräter Roms, Marcus Antonius bekommt schon direkt am Anfang des Buches eine Meldung durch einen falschen Boten das die Königin verstorben wäre. In der Verzweiflung meuchelt er sich selbst, was natürlich sinnlos war, wie ihr schon recht bemerkt denn die Königin lebt zu dem Zeitpunkt ja noch An der stelle kann man lachen, weil er dumm ist, oder aber – nein – das reicht schon. Allerdings wollen wir das nicht verübeln, denn ohne diesen Tod, wäre dabei nicht ein sehr gutes Buch entstanden. Der gute wird also in den Palast gebracht, wo Kleopatra gerade dabei ist die Göttin Sachmet heraufzubeschwören. Durch die rüde Unterbrechung ihres dahin siechenden Gemahlen unterbricht sie da Ritual und glaubt das es schief gegangen ist.

Die Göttin lässt Marcus Antonius wieder auferstehen, der direkt danach, durch die Stürmung der Römischen Besatzung erneut stirbt. Immerhin nicht schon wieder durch Selbstmord. Die Königin selbst wird gefangengenommen. In der Zeit ihrer Gefangenschaft unter Octavian der sich als sympathischer Sadist (zumindest anfangs) herausstellt, lernt Kleopatra von den Nachwirkungen ihrer Beschwörung. Das ist ein recht langwieriger Prozess, die Geburt eines vampirischen Göttersklaven, bis sie versteht was nun aus ihr geworden ist. Sie tötet, sie trinkt um die Göttin die wartet wieder ihre volle Macht zu entfalten zu nähren. Gleichsam verleiht sie der Königin eine Macht um ihre eigene Rache zu stillen. Kleopatra versteckt sich, zieht durchs Land, auf dem Weg, immer auf dem Weg gen Rom um ihren Mann und ihre Kinder, ihr Königreich zu rächen. Und auf ihrer Reise beschließt sie noch viel mehr, so nicht wandeln zu können und spricht auch ihre Rache gegen Sachmet aus, die sie, stolze Königin Ägyptens getäuscht hatte.

Octavian der mittlerweile Kaiser von Rom und sich Augustus genannt hatte, spürt das sie kommt und ringt eigentlich größtenteils mit sich das eine tote Königin nicht wieder auferstehen kann, das eine tote nicht herumlaufen kann – das eine tote eine wirkliche Bedrohung darstellen kann. In seiner Verzweiflung engagiert er mächtige Hexen und Zauberer, Beschwörer und Magier um Kleopatra aufzuhalten, allerdings sind nicht alle engagierten auch wirklich engagiert ihm zu helfen, statt sich selbst und damit stürzt Octavian, sprich Augustus sich letztendlich selbst. Im großen Showdown.

Auf den letzten Seiten erklärt Maria Headley, das alles wahr ist was in diesem Buch steht, das es genauso geschehen ist. Oder vielleicht auch nicht. Fakt ist das die damaligen ’Tatsachen’ uns heute als zu Phantastisch um wahr zu sein vorkommen, aber man damals tatsächlich an solche Dinge geglaubt hat und wer weiß – vielleicht war es ja wirklich so. Ich zitiere: „Alles ist wahr. Sobald eine Geschichte erzählt wird, wird sie wahr. In jeder noch so unwirklichen Geschichte, in jeder wundersamen Erzählung befindet sich ein Körnchen Wahrheit.“

Fazit: Obwohl ich mich am Anfang schwer getan habe das Buch zu lesen, war es schon nach wenigen Seiten kaum mehr aus der Hand zu legen. Maria Dahvana Headley versteht es die Geschichte der Welt mit einem Augenzwinkern so zu erzählen, das es richtig Spaß macht zu lernen. Eine Königin kämpft um ihr Land, eine Mutter kämpft um ihre Kinder, eine Frau kämpft für ihren Geliebten. Eine absolut fantastische Geschichte rund um die Sagen und Legenden Kleopatras und des mächtigen Roms. Nie ist ein Rachefeldzug so schön zu lesen gewesen, das man sich zwingen musste aufzuhören und trotzdem nicht enttäuscht war als die letzte Seite gelesen war. Ein Buch das ich dringend weiterempfehlen werde!


> Weitere Empfehlungen anderer Testleser zu diesem Buch. <

10.04.2011

Buchbesprechung: Der Ausbruch von Petra Hammesfahr

Buchtitel: Der Ausbruch
Autor/in: Petra Hammesfahr
Art: Taschenbuch
Verlag: rororo
Reihe: -
Seiten: 122
Erstanden: War ein Geschenk von einer Freundin

Beschreibung: „Natürlich habe ich Vanessa geliebt. Und ich gehöre nicht zu den Menschen, denen solch eine Behauptung leicht über die Lippen kommt. Von der ersten Minute an habe ich sie geliebt bis zum Wahnsinn, das ist mir nur erst später bewusst geworden.“

Und jetzt ich: Alle 3 Erzählungen handeln von Menschen. Von Nachbarn, von Arbeitskollegen – schlichtweg von ganz normalen Menschen Also solchen wie du und ich. Aber mit einem Hintergrundleben der uns das fürchten lehren soll.

In der ersten Erzählung geht es um ein Ehepaar, Harry und Nina. Sie sind seit zig Jahren miteinander verheiratet und Nina ist die beste Ehefrau und Geliebte die sich ein Mann wünschen kann – jeder – bis auf Harry, der seine Frau nämlich liebend gerne kopfüber in einen riesigen Bottich der grünen Cremedose drücken würde damit sie endlich daran erstickt. Ungeplant lernt er auf einer Betriebsfeier die junge Helen kennen und die beiden fangen eine Affäre an.

„Alltägliche Details, Beweise von Ninas rührender Fürsorge. Die dampfende Teetasse neben seinem Bett, die Baldriantropfen, die Nina ihm zum Frühstück bereitstellte, damit er sich den Büroärger nicht so zu Herzen nahm. Das heiße Kräuterbad, das sie für ihn in die Wanne einließ, sobald er auch nur Anzeichen einer leichten Erkältung zeigte. Die Wadenwickel, falls seine Temperatur um ein oder zwei Zehntel anstieg. Das Vollkornbrot für die regelmäßige, problemlose Verdauung. Die Diätmagerine gegen den Cholersterinspiegel. Das zarte, absolut magere Hähchnenbrustfilet, die Rohkostplatten mit ihren Ballaststoffen. Und all diese Kleinigkeiten haben den alten Harry allmählich erstickt. Übrig geblieben war dieser Waschlappen, der es nicht einmal mehr ertrug , wenn seine Frau sich nach getaner Arbeit die Hände eincremte.“


Die zweite Geschichte handelt über Fred, einen Blinden, der sich die Prostituierte Nadine ins Haus holt. Beim ersten mal nimmt sie noch das Geld, beim zweiten mal nicht mehr und es entwickelt sich zwischen den beiden eine Liebe. Nadine allerdings sagt Fred immer wieder das sie Angst vor ihrem ehemaligen Zuhälter hat, von der er sie freikaufen sollte, damit er sie beide in Ruhe lässt. Nadine ist eine so tolle Frau, bringt Fred sogar das Autofahren bei – eine dumme Idee.

„Nadine war so geduldig, so liebevoll und zärtlich, niemals wurde es ihr zu viel, mir jeden Handgriff zum zehnten Mal zu erläutern. Und jeden Tag die gleiche Strecke abzufahren. Sie selbst fuhr gar nicht so gerne, war immer ein wenig verkrampft, wie aus den zittrigen und stoßweise gehenden Atemzügen ersichtlich war. Ich sage mit Absicht ersichtlich, weil mir solche Wahrnehmungen die Sicht ersetzen. Und ich möchte fast behaupten, auf meine Weise sehe ich bedeutend mehr als jeder, der mit zwei gesunden Augen seine Umgebung und seine Mitmenschen betrachtet. Ich sehe mit meinem gesamten Körper, mit den übrig gebliebenen Sinnen, mit dem Gedächtnis. Und wer kann schon von sich behaupten, dass er den Winkel einer Kurve nur aus dem Körpergefühl heraus abschätzen kann? Ich kann es. Ich war stolz darauf, und Nadine war begeistert. Vielleicht konnte ich es nur deshalb. Ich wollte zeigen, dass sich ein Mann war, ein ganzer Mann und kein Krüppel. Ein Mann, der sein Leben trotz allem liebt. Und die Frau, die es mit ihm teilt! Nadine war die erste Frau, die dazu bereit war. Wie habe ich sie geliebt! Mehr, als man einen Menschen begreiflich machen kann. Und jetzt ist sie tot. Seit vier Tagen schon.“

Die Dritte und letzte Erzählung handelt von dem Hausmeister und der neu dazu gezogenen Vanessa, wie oben schon aus der Inhaltsangabe angegeben. Der Hausmeister ist im Haus selbst ziemlich verschrien. Verschafft sich wohl eigenständig und ohne Erlaubnis Eintritt in besetzte Wohnungen, belästigt wohl auch die Mieterinnen und so weiter. Gerüchte die was hergeben. Auf jeden Fall macht Vanessa daraus ein Spielchen, weil sie ja Psychologie studiert und es sie reizt mit einem Psychopathen zu arbeiten – bis es dann eines Tages nicht mehr Lustig war.

Fazit: Das kleine Buch hab ich schon ziemlich lange, aber da ich vor kurzem wieder dazu kam es just aus dem Regal zu nehmen um mich den Drei Kurzgeschichten darin zu widmen überkam mich wie von Petra Hammesfahr gewohnt die eiskalte Gänsehaut die einfach nicht weichen wollte. Und dazu muss man schon ziemlich gut schreiben können. Ich behaupte einfach mal Petra Hammesfahr ist die Deutsche Version von Stephen King, nur seichter. Jede gesunde kleine Vorzeigefamilie hat Dreck am stecken. Hartnäckigen. Ihre Bücher sind allesamt eine Empfehlung – sie schreibt wie ein junger Gott über junge Götter (okay, eher über Normalos - aber was für welche). Das Buch ist in großer Schrift, das bedeutet das können sogar sehschwache lesen. Vielleicht wurde es auch nur in Großer Schrift gedruckt um einen den Subtilen Horror ins Gesicht zu drücken. Uaaar.

Viel Vergnügen

16.02.2011

Buchbesprechung: Der Teufel trägt Prada von Lauren Weisberger

Buchtitel: Der Teufel trägt Prada
Autor/in: Lauren Weisberger
Art: Taschenbuch
Verlag: Goldmann
Reihe: -
Seiten: 474
Erstanden: Rebuy.de, 0,99 €

Beschreibung:
Andrea Sachs hat gerade das College absolviert und träumt von einer Karriere als Journalistin. Ihr großes Ziel ist es, eines Tages für den renommierten New Yorker zu schreiben, doch vorerst kann sie froh sein, überhaupt eine Anstellung zu ergattern. Daher fällt sie aus allen Wolken, als sie nach ihrem ersten Vorstellungsgespräch bereits einen Job in der Tasche hat - einen Job, um den Millionen junger Frauen sie beneiden würden: Andrea wird als Juniorassistentin der sagenumwobenen Miranda Priestly angeheuert, der Chefredakteurin des Modemagazins Runway. Plötzlich befindet sie sich in einer Welt, in der alles Prada! Armani! und Versace! zu rufen scheint. Die Frauen sind dünner, blonder und perfekter, als die Natur es gewollt hat, die Männer Fitness-Studio gestählte Adonis-Imitate. Und sie alle werden beherrscht von Miranda Priestly, die mit einem einzigen Blick Models, Fotografen oder Angestellte in ein wimmerndes Häuflein Elend verwandeln kann. Andreas Aufgabe besteht darin, Miranda jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Und zwar rund um die Uhr. Kein Wunder, dass sie bald befürchtet, nicht nur ihren vernachlässigten Freund, sondern auch ihren Verstand zu verlieren …

Meine Meinung:
Ich mag den Film. Ich mag ihn sogar sehr. Eigentlich die beste Vorraussetzung das Buch dazu NICHT zu lesen. Man guckt ja auch keinen Film zu einem Buch das man gut fand ohne enttäuscht zu werden, aber manchmal lohnt es sich doch. Und das bewies mir ‚Der Teufel trägt Prada’ innerhalb von 36 Stunden.
Wer allerdings den Film im Buch erwartet wird schlichtweg enttäuscht. Das Buch ist dem Film vielleicht zu 2% ähnlich und zu 1% umgesetzt. Der Film nutzt vier Namen aus dem Buch, drei Orte und maximal fünf Begebenheiten. So ist der Film, wenn auch richtig gut, eigentlich was ganz anderes als das Buch (nein, nicht DAS Buch). Aber beide voneinander sind gut. Ich mag beides und ich mag beides weil es eigentlich zwei vollkommen andere Geschichten sind, aber irgendwie auch nicht. Man findet nur weniges aus dem Film im Buch wieder und noch viel weniger aus dem Buch im Film wieder, von daher kam es mir beim lesen durch die Namen zwar ständig in Erinnerung das es das Buch zum Film ist aber es sich anfühlt als sei es eine zweite folge oder der Pilotfilm zu einer Serie. Versteht ihr was ich meine?

Wie dem auch sei ‚Aan-dreh-aa’ (wenn ihr das Buch lest werdet ihr das ziemlich oft vor die Augen bekommen. Das schlimmste daran ist allerdings nicht die Häufigkeit sondern das man Instinktiv dazu animiert wird Andys Namen auch ständig genau so vor sich hinzumurmeln) ist im Buch um einiges unsympathischer als im Film. Sie ist ständig am nörgeln, sie zeigt Miranda sehr oft wie ‚wie weit über diesen Klapperschnepfen sie steht’ durch nur winzige Gesten oder Geräusche, findet ständig auf allen Seiten ihr gefluche über Miranda Priestly (was natürlich angemessen ist!) und eben genannte ist auch im Film etwas milder geworden. Die Schreckschraube par exellance ist schlimm (weit aus präsenter mit den unmöglichsten Dingen) und kaum zu ertragen. Insgesamt kann man also davon ausgehen das der Film eigentlich nur die guten Seiten zeigt. Die richtig guten, (zwar erfundenen weil im Buch nicht auffindbar) aber die guten. Viele Namen sind komplett anders, und vor allem viele Berufe. So arbeitet Lily nicht in einer Galerie sondern ist Studentin und wisst ihr noch wer Nate ist? Den gibt’s nicht. Im Buch heißt er Alex und macht keine Saucen sondern ist Lehrer an einer… sagen wir es nett: Sackengassen-Förderungsschule. Ich könnte enttäuscht sein weil der Unterschied so groß ist, bin es aber nicht weil das eigentlich zwei unterschiedliche Geschichten sind. Im Vergleich dazu mal: ‚Verliebt in Berlin’ und ‚Ugly Betty’.

Fazit: 
Das Buch ist gut. Der Film ist gut. Um es noch mal zu betonen: Beide voneinander getrennt sind wirklich gut, aber für alle die gerne die Bücher zu Filmen lesen statt umgekehrt werden dabei keinen Spaß finden. Wem aber die Thematik ‚persönliche Assistentin’ und Modewelt und Frauenwelt und Intrigen und so weiter gefällt, der kann sich an beidem separat erfreuen so wie ich das getan habe.

Das wars*


*Filmversion. Im Buch wird ‚Das wäre alles’ ständig wiederholt.

05.02.2011

Buchbesprechung: Sexpanzer und Babytod von Christian Schmidt

Buchtitel: Sexpanzer und Babytod
Autor/in: Christian Schmidt
Art: Taschentuch
Verlag: -
Reihe: -
Seiten: 148
Erstanden: Vom Autor selbst, 11,80€

Beschreibung: Ob spektakulärer Buchtitel oder beeindruckende Fachsprache: Es gibt jede Menge Kniffe und Tricks, Menschen auf etwas aufmerksam zu machen, sie zu überzeugen oder ihr Verhalten zu beeinflussen. Unternehmen, wohltätige Organisationen oder unser eigener Freundeskreis — nahezu jeder manipuliert bewusst oder unbewusst unser Verhalten oder unsere Ansichten. Und oft manipulieren wir uns sogar selbst, ohne es zu merken. Wir lassen uns leicht täuschen, und unser Gehirn ist alles andere als eine rationale Denkmaschine.

Sexpanzer und Babytod klärt mit viel Humor über diese menschlichen Schwächen auf und beantwortet Fragen wie:
·    Warum sind immer die anderen so schlechte Autofahrer?
·    Wie funktionieren Lügendetektoren — und funktionieren sie überhaupt?
·    Was haben Comedians mit Adolf Hitler gemeinsam?
·    Verdirbt Macht tatsächlich den Charakter?
·    Werden wir durch unterschwellige Botschaften zum Kaufen animiert?
·    Wieso lassen sich viele Leute so leicht Kredite aufschwatzen?
·    Warum heißt das Buch eigentlich „Sexpanzer und Babytod“?
Ein leicht verständlicher Streifzug durch die menschliche Psyche mit viel Humor und Selbstironie vom Autor der bekannten Internetseite Klopfers Web.

Meine Meinung: Um bei der Wahrheit zu bleiben – ich hab mich auf neue Werke von Christian gefreut, vor allem weil ich sein erstes Buch „Böses Hasi“ geradezu mehrmals verschlungen habe und das trotz der Tatsache das die meisten Texte in seinem ersten Buch schon auf seiner Webseite zu finden waren. Als „Sexpanzer und Babytod“ dann angekündigt wurde, habe ich mir eine Seite im Netz gesucht wo ich einen Auszug lesen konnte und ehrlich gesagt hat mich das Buch nicht umgehauen. Die ersten Seiten waren interessant aber nicht so interessant dass ich investieren würde – trotz meiner aufrichtigen Sympathie für den Mann mit der Brille und seinem großartigem Humor.

Allerdings wurde ich eines besseren belehrt. Trotz dessen, dass das Buch sehr oft den Eindruck vermittelt ich sei eine ungebildete manipulierte Idiotin – wie übrigens auch der Rest der Welt – hatte ich die Seiten ziemlich schnell durch. Mir wurden Stück für Stück mit satirischer, aber wohlgeformter Boshaftigkeit Schwächen aufgewiesen die ich ohne dieses Buch niemals in Frage gestellt hätte.

Zum Beispiel werde ich vermeiden meine Lippen aufeinander zu pressen, überlasse die Weltherrschaft jetzt doch lieber dem Hasen (oder meinem alter Ego?), werde nie wieder teures Geld für Repair & Care Spülungen hinblättern und natürlich spiele ich vorsorglich absolut jedes Musikstück auf dem Rechner rückwärts ab um zu rechtfertigen das Jesus mit mir gesprochen hat (sofern ich weiß wie er aussieht, vorausgesetzt ich erkenne den üblichen Juppie in einer Cornflakesschachtel wieder). Und wenn ihr wissen wollt, wieso ich bei der letzten Fußnote die halbe Wohnung zusammen gelacht habe müsst ihr das Buch kaufen.

Die Texte sind inhaltlich geordnet und jedes Thema greift auf der nächste über ohne Lücken zu hinterlassen. Christian schreibt, um es korrekt zu formulieren in einem Wisch durch und der Leser liest mit einem Wisch weiter. Die Themen sind allesamt wissenschaftlich hinterlegt (was bei so einem Buch auch sein sollte) und so manche Fußnote lockert in gewohnt witziger Art etwas schwerer zu verdauende Stellen auf.

Ein Buch über dich. Ein Buch über mich. Vor allem ein Buch darüber wie wir uns gegenseitig manipulieren und manipulieren lassen ohne auf die gewohnte Komik zu verzichten. Tatsächliches Suchtpotenzial.

Einziges Manko: Entweder bin ich tatsächlich ungebildet oder der geehrte Herr Schmidt hat mit Eifer übertrieben. Mir blieb nach dem halben Buch (und gekonnter Verdrängung) nichts weiter übrig als ein Fremdwörterlexikon zu Rat zu ziehen.

Wem ich das Buch jetzt schmackhaft gemacht habe, kann es vom Autor selbst inkl. Signierung über seine Webseite http://www.klopfers-web.de anfordern, oder aber über Amazon (etc.) und im Buchgeschäft eurer Wahl bestellen.

Gruß

20.12.2010

Buchbesprechung: Das Mädchen im Wald - Jennifer McMahon

Buchtitel: Das Mädchen im Wald
Autor/in: Jennifer McMahon
Art: Softcover
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Art: Thriller
Seiten: 317
Erstanden: Kaufland, 8,90 €

Beschreibung: Nach über zwanzig Jahren kehrt Kate Cypher zum ersten Mal in ihr Heimatdorf in Massachusetts zurück. Kurz darauf geschieht ein Mord an einem jungen Mädchen. Die Umstände der Tat alarmieren Kate: Sie erinnern an den Tod ihrer besten Freundin Del. Ist der Mörder von damals noch auf freiem Fuß? Hat man den Falschen für die grausame Tat büßen lassen?

Kate nimmt die Spur des Täters auf. Bald merkt sie, dass sie nicht die Einzige ist. Und im Dorf glaubt man schon lange, dass es Del ist, die Rache für ihren Tod fordert.

Und jetzt ich: Ich hab lange für das Buch gebraucht, lag es doch schon seit drei Monaten bei mir herum. Dafür dass ich das Buch angelesen habe und interessant fand, habe ich lange dafür gebraucht. Das lag aber eigentlich nur daran das ich mein Bett umgestellt hatte und so kein Licht mehr hatte ohne jedes Mal wieder aufzustehen. Und als ich das die Tage endlich mal in Angriff genommen hatte, weil mich fernsehen zum einschlafen ziemlich angeödet hatte, nahm ich das Buch, dessen Deckel schon sehr verstaubt war wieder zur Hand und begann von neu.

Das Buch beginnt mit einer kleiner Gruppe Kindern am Lagerfeuer die sich die gruselige Legende von der Kartoffeltrine erzählen und sich gegenseitig Angst einjagen. Offensichtlich aber, geht dieser kurze Vorspann zum Buch sogar mit einem Mord in den zweiten Akt und erst dann trifft man auf Kate, wo ihr die Autorin in Ich-form ein Geständnis eines Mordes abringt und ab jetzt könnte der Leser verwirrt sein, muss er aber nicht, aber warum verrate ich jetzt ganz einfach nicht.

Schon auf der nächsten Seite machen wir einen Sprung in die Vergangenheit. Einen ziemlich weiten Sprung, denn da geht es in Kates Kindheit und das zusammentreffen mit ihr und Delores die im Buch bloß Del oder eben Kartoffeltrine genannt wird. Del wird in diesem Buch als jemand verkörpert der seltsam ist, einen kräftigen Hauch Sadismus mitbringt und obendrein wegen dem faulig anhaftenden Geruch nach Kartoffeln (Sie lebt auf einem Kartoffelhof) von Mitschülern nicht nur schnitten, sondern verachtet, gequält und geschnitten wird. Sie ist seltsam diese Del mit ihrem innewohnen Wahnsinn und der Todesmutigkeit. Sie ist einfach nur seltsam und weil Kinder grausam sind, gibt es dieses Buch mit allen Schandtaten die selbst so kleine Köpfe ausdenken können. Und Kate, die in einer Hippieutopie (zumindest sollte es das mal werden) mit ihrer Mutter lebte und ihrem Lazy Elk (Freund der Mutter) wurde von den Mitschülern ebenso geschnitten Gleich und gleich gesellt sich gern.
Aus reinem Zufall kommen Del und Kate sich näher, tauschen untereinander Geheimnisse aus und unternehmen miteinander doch eine Menge. Sogar in Dels größeren Bruder Nicky hat Kate sich verknallt.
Nur Kate möchte natürlich nicht seltsam sein und gehänselt werden weil die mit der Kartoffeltrine befreundet ist und spielt kurzerhand Dels Geheimnisse und Lügen unter anderen Mitschülern aus und damit sie diese Scharade beibehalten kann gibt sie auch Del Geheimnisse von ihren Mitschülern preis, die Kate aber meistens komplett erfindet. Früher oder später kommt es soweit das die Schule eine Art Schnitzeljagd veranstaltet, die Lehrer den Schülern sich selbst überließen und die besseres zu tun hatten, denn so schleiften die Del und einen kleinen stummen Jungen namens Mike zum Flussufer und fingen dort an beide zu verprügeln, mit Steinen zu beschmeißen und auch Kate kommt dazu und macht aus „Zugehörigkeitsgefühl“ mit den anderen mit. Schließlich opfert Mike sich aus Liebe zu Del damit sie entkommen kann. Das ist ihr letzter Tag, denn nur wenige Stunden später wird Del ermordet im Wald aufgefunden.

Das ist die eine Geschichte aus dem Buch, die Vergangenheit, die sich nach und nach aufschlüsselt und letztendlich dabei hilft zu verstehen, was in der Gegenwart die uns im Buch präsent beschrieben wird, vor sich geht.

Kate kommt zurück nach New Hope, zu den letzten verbliebenen Hippies wie sie nur genannt werden und ihrer Mutter, um für die bis dato demente und kranke Mutter einen Heimplatz zu finden. Kate die damals weggezogen war, ist mittlerweile geschieden und auch wenn das eher so eine lose Information ist, hilft es Sittenwächtern nicht laut Buh zu schreien, wenn sie im laufe der Geschichte mit ihrer Jugendliebe in die Federn steigt. Die Gegenwart ist viel anstrengender zu lesen als die Vergangenheit, einfach weil sie mit Personen vollgestopft ist, die nur Seiten füllen. Es wird über das Leben in New Hope erzählt, über die Affären der freien Liebe ihrer Mutter und den anderen untereinander, welches Kind vom wem ist und so weiter. Als Kate in New Hope eintrifft geschieht kurz darauf schon ein Mord und sie, die sich um ihre kranke Mutter kümmert kommt ein merkwürdiger Verdacht – war es nicht ihre Mutter gewesen die die Nacht umhergewandert war? Was ist mit ihrer Mutter wirklich los? Was hat der rüstige Nicky mit dem Tod seiner Schwester zu tun? Wieso ist Raven so erpicht drauf nicht den Kindsvater ihrer Tochter Opal preiszugeben und welches große Geheimnis hat Nicky eigentlich?

Das Buch hetzt von einem Verdächtigen zum anderen und es ist spannend muss ich zugeben, das bis zuletzt. Mit Kate hat man zusammen alle zehn Seiten einen neuen Verdacht und eine neue Spur der man folgen sollte und zum Ende will man nicht mehr umblättern weil man weiß was kommt und das es dumm wäre es zu tun und auch wieder nicht weil man ja wissen will und argh - dann ist es soweit und Kate steht der Vergangenheit näher als sie je geglaubt hätte…

Zum Ende des Buches werden einem die Zusammenhänge klar und man kann nochmals sortieren von wichtig bis unwichtig und man kann durchaus erkennen das es vorteilhaft war sich durch manch langweilige abschnitte zu lesen. Das Buch hat auf dem Deckel Thriller stehen aber es ist doch… mehr, also Thriller ist schon ganz richtig aber da schwingt ne menge Fantasy mit in das Genre und könnte durchaus einfach als Horror gehandhabt werden, statt sich auf zwei Genres zu stützen. Für Kinder ist das Buch bestimmt nichts, aber bis ins hohe Alter kann es sicherlich begeistern. Vor allem Freunde von Krimis und Düsteren Legenden können sich das Buch ohne Probleme ins Regal stellen.

Fazit:
Ein Kartoffel, zwei Karoffel,
drei Kartoffel, vier
Dich jagt sie jetzt und schnappt dich gleich
Schließ doch zu die Tür


Das ist ein gutes Buch. Allerdings habe ich einen großen Mangel feststellen können. Das Buch ist sehr spannend, locker aufgebaut und hat trotz langweiliger Passagen in dem Katz- und Mausrennen einen Höhepunkt, der aber nicht zum Ende des Buches kommt wie man das ja bald bei so einem Genre erwartet sondern hat diesen eher so mittig und da schlimmste – man weiß das erst wenn man das Buch durchgelesen hat, denn zum Ende hin wird alles ein bisschen.. mau – dafür ist der Rest mit all seinen Seiten absolut lesenswert (Das bedeutet man kann es gut Nachts im Bett auslesen!). Vielleicht ist es auch nur Mau weil es eigentlich viel zu kurz war und man gerne noch ein zwei - dreihundert Seiten mehr gelesen hätte. Durch die Legende der Kartoffeltrine und dem wirken von Geistern und Vergangenheit ist es für mich keine Art typischer Thriller mehr, gibt aber trotzdem eine dicken Daumen dafür!

Eure
Lieblings-Bloggerin

PS: Ich hab es wirklich nicht mal so gut beschrieben wie es wirklich ist. Aber auch nur damit ihr es kaufen und mir recht geben könnt ^^;

06.09.2010

Buchbesprechung: Plötzlich Prinzessin/Power Prinzessin - Meg Cabot

Buchtitel: Plötzlich Prinzessin / Power Prinzessin
Autor/in: Meg Cabot
Art: Hardcover
Verlag: C. Bertelsmann
Reihe: -
Seiten: 542
Erstanden: reBuy, 2,63 €

Beschreibung: Vollblut-New-Yorkerin Mia fällt aus allen Wolken. Sie soll Prinzessin von Genovia sein und nun im Mini-Fürstentum das Zepter schwingen? Niemals!, denkt Miah – bis ihre royale Großmutter auftaucht Mia zum Benimm-Unterricht zitiert und in bester Laune die sensationshungrige Presse informiert.
Wenigstens einen Vorteil hat der ganze Rummel: Die Jungenwelt zeigt auf einmal reges Interesse an Mia. Aber so wies aussieht, stehen Mias Verpflichtungen als Prinzessin auch dem ersehnten Date mit ihrem Schwarm Michael im Weg…

Bände 1 und 2 der Romane über Mia, die New Yorker Prinzessin wider Willen.

Und jetzt ich: Oi! Zu aller erst: Oi! Oi, ist so ziemlich das Beste was man dazu sagen kann. Ich glaube jeder auf diesem Planeten kennt schon mindestens den ersten Film dazu aber das Buch noch nicht. Es ist aber durchaus lesenswert, denn alles was die Filmemacher für den Film übernommen haben ist… Mia (im groben), Lilly (im groben), ihre Mutter – nein ich muss es anders sagen, sonst suche ich noch Stundenlang. Die Bücher sind komplett anders. Ja, es gibt Genovia und Mia und ihre Großmutter, der Vater lebt allerdings noch, hat nur noch einen Hoden und gilt als unfruchtbar was Mia auf den Platz der Thronfolgerin schubst. Vermutlich ist das Amerikanische Fernsehen prüde genug, einen Mann nicht zu dulden der nur noch einen Hoden hat, dafür aber jeden drittklassigen Film Mördermöpse einzubauen. Wie dem auch sei – die Großmutter ist ein echter Knochen. Und – ich hab ja ein Händchen für Bücher in Ich-form – es ist im Tagebuch-Stil gehalten und zeigt demnach nur Mias Sicht der Dinge, lässt aber trotzdem nichts aus. Eine wirklich interessante Art und Weise ein Buch zu schreiben. Wäre meine Heldin in Besitz eines Tagebuchs würde ich den Stil meiner komplett ändern, einfach weil es viel mehr Raum lässt für eigene Gedanken. Der Film hat spielerisch alles auf „Quietsch-Niveau“ getrimmt, wo sich alle hineinträumen können. Die ganzen Schattenseiten vom Buch haben sie komplett weggelassen, aber um es mal anzudeuten – das hätte dem Film nicht weh getan. So wäre der ‚Kinder-Film’ tatsächlich was Erwachsener geworden und das obwohl Mia im Buch noch nicht mal Vierzehn Jahre alt ist. Kleiner Nachteil vieler alter Autoren die über Kinder schreiben: Sie wirken immer ziemlich reif.

Die Story ist gut, auch wenn man ‚nur’ das Tagebuch und Mias Gedanken liest, ist flott geschrieben und für so einen dicken Schmöker (weil ich das Buch mit beiden Geschichten in einem gekauft hab) relativ schnell zu lesen. (Im Gegensatz zu Stephen Kings ‚Tommyknockers’ da sich seit gefühlten Monaten lese)

Fazit: Durch Mias eigene Gedanken und Zusatznotizen ist das Buch ziemlich witzig und schreckt vor Situationskomik nicht zurück. Es war gewöhnungsbedürftig weil ich die Filme ja mag und mehr als einmal gesehen habe, aber man findet trotzdem schnell hinein und vergisst so ziemlich den Film beim Lesen, was gut ist, man wird eines besseren belehrt in dem man viel mehr hinter der Goldenen Fassade ihres Käfigs kennen lernt. Ja, man kann die Filme lieben und das Buch dazu auch. Muss man aber nicht. Ich mag trotzdem beide.


20.08.2010

Buchbesprechung: Das letzte Zimmer - Charlotte Richter-Peill

Buchtitel: Das letzte Zimmer
Autor/in: Charlotte Richter-Peill
Art: Softcover
Verlag: Goldmann
Reihe: -
Seiten: 255
Erstanden: Flohmarkt, 0,50 €

Beschreibung:
Auf der Suche nach ihrer besten Freundin Meret, von er seit einiger Zeit jedes Lebenszeichen ausbleibt, fährt Esther in ein kleinen Ort Mühlenstedt. In der Pension Moormann erinnert man sich an Meret, aber diese sei bald zu Herrn Mollner gezogen und habe Mühlenstedt mittlerweile verlassen. Esther glaubt nicht an diese Auskunft und mietet sich in der unheimlich wirkenden Pension ein. Als sie sieht, wie auf einem Gartenfest ein junger Mann Mollner folgt und nicht wieder auftaucht, hat sie eine böse Ahnung von Merets Schicksal...

Und jetzt ich: Meret ist verschwunden und das passt Esther nun mal nicht in den Kram. Schließlich ist das ihre beste Freundin und die Schriftstellerin hat lange nichts mehr von sich hören lassen. Die letzte Postkarte kam aus Mühlenstedt und genauso dorthin fährt Esther nun auch. Nach Mühlenstedt – die Stadt die man betritt aber nie wieder verlässt. Denn dort vergisst man all seine Sorgen, lebt in den Tag, feiert alle zwei Tage rauschende Gartenpartys und masturbiert unter Apfelbäumen im Rosengarten. (Das kommt wirklich vor, ich denke mir so was nicht aus. Nicht immer.)

Esther fragt nach ihrer Freundin aber sie hört von den Einwohnern (die ich allesamt komisch verhalten wenn das Thema aufkommt) nur das Meret zu einem Herrn Mollner (Imposanter, wichtiger Mann) auf sein Schloss gefolgt ist. Mit dieser Erkenntnis mietet sie sich ein paar Tage in der Pension ein und findet mithilfe eines Schriftstellers, der ebenfalls interessante Entdeckungen gemacht hat, Stück für Stück heraus was sich hinter der leuchtenden Fassade von Mühlenstedt verbirgt.

Esther ist eine sympathische Hauptfigur, die sehr lebendig rüber kommt obwohl es (und ich fasse es nicht) auch wieder ein Buch in der ‚Ich-form’ ist. (Ich hab da vermutlich ein Händchen dafür oder aber das ist nun Trend.) Ihre Verhaltensweisen sind gut ausgearbeitet und wohl überlegt. Dem Leser wird damit mehr Spannung als ohnehin einverleibt (ging mir zumindest so) und neben der Hauptfigur gesellen sich einige Protagonisten dazu, die man liebend gerne mal treffen würde. Nur eben nicht.. in dieser Stadt.

Esther wird in dem Buch zu einer Detektivin auf der verzweifelten suche nach ihrer Besten Freundin, stößt auf viele übernatürlich unheimliche Hindernisse und entdeckt nebenher weitere unheimliche Episoden aus Mühlenstedt, bis zum finale!

Nur um vor zu warnen: Offenes Ende.

Fazit: Die ersten Zehn Seiten sind die pure Herausforderung. Klar machen sie neugierig aber sie sind… ich wette Charlotte hatte Probleme den Anfang irgendwie zu schildern. Ähnlich wie bei Herr der Ringe verpasst man im Grunde nichts wenn man die ersten Seiten flockig überspringt und doch... man sollte sie lesen. Denn danach wird das Buch wirklich gut. Richtig gut. Spannung und Gänsehaut garantiert. Und wenn man so krank wie ich in der Birne ist, wird man auf dem knisternden Erotikniveau auch gut unterhalten. Hrhr.. Gott ich bin ein Ich-liebe-die-Bösen-Typ. Schuldigung.

Auch wenn die Handlungen nicht immer ganz klar und zuweilen verwirrend weil stellenweise unorthodox aufgearbeitet sind liest sich das Buch im Ganzen sehr gut und ist damit bei vier Sternen, durchaus lesenswert.

Lest es! Charlotte verdient Leser!

15.08.2010

Buchbesprechung: Treuepunkte - Susanne Fröhlich

Buchtitel: Treuepunkte
Autor/in: Susanne Fröhlich
Art: Hardcover m. Schutzumschlag
Verlag: Krüger
Reihe: Das Leben der Andrea Schnidt
Seiten: 254 + Danksagung
Erstanden: Flohmarkt, 2,00 €

Beschreibung: Ein Reihenmittelhaus, zwei hübsche Kinder und ein erfolgreicher Ehemann – wohl alles doch zu perfekt, glaubt Andrea Schnidt, nachdem ihr Mann Christoph in letzter Zeit verdächtig oft Überstunden in der Kanzlei macht. Und das mit der Neuen, die zu Andreas Leidwesen geradezu unanständig gut aussieht. Hätte Belle Michelle einen fiesen Sprachfehler, einen Silberblick oder wenigstens O-Beine, würde Andrea vielleicht ein Auge zudrücken. So aber muss sie ein paar energische Ehemann-Rückruf-Maßnahmen ergreifen. „Was der kann, kann ich auch Ich werde nicht wie eine eifersüchtige, gekränkte, beleidigte, hasserfüllte und gedemütigte Ehefrau wegrennen oder auf dem Sofa liegen und mich im Selbstmitleid suhlen.“ Andrea legt sofort los: neue Frisur, neues Date, neuer Job. Aber dass ihr Rachefeldzug diese Wendung nehmen würde, hätte sie nicht erwartet…

Und jetzt ich: Oh, oh. Oh. Da habe ich Familienpackung noch so angepriesen und die Schreibweise von Susanne und wurde jetzt doch ein bisschen bitterlich enttäuscht. Konstante Schreibweise, Konstante Witzigkeit – aber es zieht sich stellenweise so lang das Buch das ich im Vergleich zu Familienpackung etwa sechs Tage länger gebraucht habe. Zwischen den beiden Büchern liegen aber tatsächlich nur drei Minuten. Es zieht sich wie Kaugummi, trotz Witz, einfach weil die Rückblicke in der Art nicht wieder vor kamen und für Kurzweile gesorgt haben, sowie das dass Thema ‚Ich glaube mein Mann betrügt mich’ irgendwie mächtig ausgelutscht ist. Natürlich immer wieder aktuell aber ich persönlich kenne da ein Buch das einfach ansprechender ist als Treuepunkte. (Vielleicht sollte ich das auch noch mal zeigen). Andreas Verhaltensweise zur Spionage und aus der Eifersucht heraus entstehenden Racheaktionen sind natürlich witzig aber der Leser fragt sich an den Stellen natürlich auch: „Mädchen, frag ihn doch einfach.“ Stattdessen wird ein Buch das etwa über ein, maximal zwei Wochen spielt hingezogen als wären es Monate und trotz der relativ witzigen Begebenheiten passiert am Ende das was man schon erwartet, das Missverständnis wird aus der Welt geräumt und das mehr als trocken. Mittlerweile muss man auf den letzten Seiten nachdenken worauf sie nun mit dem Treuepunkt anspielt bis man begreift das ja iiiiirgendwann mal ganz vorne davon gesprochen wurde. Schade.

Fazit: MoppelIch und Familienpackung ein Hit, Treuepunkte jedoch, das Erste schwächeln. Als Kombo ein schönes Geschenk das die Regale schmückt. Familienpackung rettet Treuepunkte das Leben.


14.08.2010

Buchbesprechung: Familienpackung - Susanne Fröhlich

Buchtitel: Familienpackung
Autor/in: Susanne Fröhlich
Art: Hardcover m. Schutzumschlag
Verlag: Krüger
Reihe: Das Leben der Andrea Schnidt
Seiten: 250 + Danksagung
Erstanden: Flohmarkt, 2,00 €

Beschreibung: Alles ist eigentlich so, wie es sich Andrea Schnidt erträumt hat. Sie ist mittlerweile Mutter von zwei selbstbewussten Kindern, stolze Besitzerin eines Reihenmittelhauses und nun auch – zur Beruhigung der Verwandtschaft –mit dem Kindsvater Christoph verheiratet. Perfekt! Doch als Herr Barts von den Stadtwerken, der Stromableser, sie schon völlig aus dem Häuschen bringt und zu den wildesten Phantasien anregt, weiß sie das schleunigst etwas passieren muss. „Ich Andrea Schnidt, werde mich nicht total und vollständig in den Reihenhaussumpf ziehen lassen. Ich nehme den Kampf auf.“ Ab morgen wird sich alles ändern! Mehr Sex, mehr Spannung, weniger Leggingsfront. Allerdings hätte sich Andrea ihren Aufbruch ins wilde Leben doch etwas anders vorgestellt. Mit viel Witz, Humor und vor allem Selbstironie schlägt sie sich tapfer durch den Dschungel des alltäglichen Wahnsinns.

Und jetzt ich: Ich mag Susanne Fröhlichs Art zu schreiben so sehr, das ich nicht mal was zu meckern habe, das ‚Ich’ wieder gefordert bin. Die Ich-Version ist nicht so meins, aber dank ihrer herrlichen Art zu schreiben ist es ziemlich einfach das zu ignorieren und vor allem, Andrea Schnidt trotz allem als eigenständige Person zu sehen und sich dank der Ich-Form dazu hinreißen lässt manchmal im stillen „Amen“ zu predigen. Hätte Andrea kein Reihenmittelhaus, keinen Mann und keine zwei Kinder wären wir vermutlich die besten Freundinnen. Da kamen Gemeinsamkeiten hoch. Und ich habe lange nicht mehr soviel geschmunzelt bei einem Buch. Es tut gut, unter all dem Mist den ich bisher vom Markt ergaunert habe mal was Ordentliches dabei gewesen ist. (Natürlich gab es noch anderes, King zum Beispiel) aber ich habe Susanne Fröhlichs MoppelIch im Regal stehen und wusste daher schon dass ich ihre Art zu schreiben mag.

Andreas erstes Auftreten ist doch ziemlich wollüstig – es beginnt auf den ersten beiden Seiten und fesselt den Leser sofort ans Buch, entweder weil man direkt den Eimer Selbstironie aufsaugt wie ein Durstiger in der gerade entdeckten Oase mit Wasser oder weil man neugierig genug ist ob Herr Barts von den Stadtwerken tatsächlich an der Haustür vernascht wird.
Das Buch erzählt von dem Familienleben von Andrea, ihrem Anwalt von Mann und ihren beiden Kindern. Und dass sie den Alltag, der sich so einschleicht mit der Zeit bekämpfen will um nicht so eine pedantische Mutter und Hausfrau zu werden wie manche Nachbarinnen die sie hat.
Eine Liste und der bevorstehende Geburtstag ihres Mannes sorgen für interessante Einblicke in ihr Leben und dank einiger Erinnerungskapitel kommt man sich vor als verbringe man den Nachmittag mit einer Freundin die mal eben ihr wirklich wahnsinnig komisches Leben erzählt, bei einer oder sechs Tassen Latte Macchiato und einem Kuchen.

Familienpackung ist leichte Lektüre mit ‚Aha-Effekt’. So manche Mutter wird sich sicherlich wiedererkennen und so manche wird eine Mutter wieder erkennen und jene die nicht mal Mutter sind oder sein möchten werden sich hinterher fragen, wieso eigentlich nicht. Und dann weiß man wieso eigentlich nicht. Vom Schwarzfahren live auf RTL bis zu Anekdoten aus dem letzten Cluburlaub ist ziemlich alles dabei. Die Bücher sind selbst neu gekauft relativ günstig und machen sich gut im Regal. Abzug für den Schutzumschlag den man sich hätte sicher sparen können, zumal das Design recht nichtssagend ist und beim Lesen doch nur lästig.

Und ich habe jetzt eine Buchautorin gefunden, die sich bzw. ihre Bücher schön an Freunde verschenken lassen, zum Beispiel zum Geburtstag oder wenn sie traurig sind oder ähnliche Sorgen haben wie Andrea. Und ich denke egal ob Mann oder Frau, wird jeder Spaß an den Geschichten haben. Ein voller Erfolg.

Fazit: Das Buch verspricht nicht zu viel sondern eigentlich noch viel zu wenig. Es ist sehr schnell und flüssig zu lesen und ich bin dankbar dafür das ich mir auch direkt die Fortsetzung ‚Treuepunkte’ geschnappt habe, denn Andreas Leben macht süchtig.

07.08.2010

Buchbesprechung: Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind - Newt Scamander

Buchtitel: Phantastische Tierwesen & Wo sie zu finden sind
Autor/in: Newt Scamander
Art: Hardcover
Verlag: Obscurus Books in Zusammenarbeit mit Carlsen Verlag
Reihe: Harry Potter – J. K. Rowling
Seiten: Vorwort/Erklärung: XXXIII / Lexikon: 61
Erstanden: Flohmarkt, 1,00 €

Beschreibung: Eine Ausgabe der Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind liegt in fast jedem Zaubererhaushalt des Landes. Nun haben auch die Muggel, allerdings für begrenzte Zeit, die Gelegenheit herauszufinden, wo der Quintaped lebt, was der Knuddelmuff frisst und warum man dem Knarl lieber keine Milch hinstellen sollte.

Sonstige Anmerkungen: Der größte Teil der Erlöse aus dem Verkauf dieses Buches geht an Comic Relief. Das heißt, die Markscheine und Galleonen, die Sie hinblättern, verrichten magische Werke, welche sogar die Kräfte von Zauberern übersteigen. Wenn Sie meinen, dies sei kein hinreichender Grund, sich von Ihrem Geld zu trennen, kann ich nur inständig hoffen, dass, sollten Sie einmal von einem Mantikor angefallen werden, ein zufällig vorbeikommender Zauberer gnädiger gelaunt sein wird – Albus Dumbledore

Und jetzt ich: Ich liebe die Harry Potter Bücher und tut mir leid Rebuy, es stand schon auf eurer Liste im Einkaufskorb aber ich hab es noch einen ticken günstiger und sehr viel schneller erhalten, das ich es einfach direkt mitnehmen musste. Aber es bleibt ja noch Quidditsch im Wandel der Zeiten und ich bin sicher, das bekomm ich bei euch. Das hier war nur ein Glückstreffer. Wer gibt schon freiwillig Harry Potter Zubehör ab? Vor allem Bücher? Ich nicht. Das bleibt jetzt bei mir und das obwohl…

Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind, ist ein kleines, doch sehr dünnes Buch mit Informationen die Rowling ohnehin schon in ihren Büchern geschrieben hat. Einzig allein um den Verkauf dieses Buches zu rechtfertigen kamen noch andere Tierwesen hinzu, die in den Potter Büchern vielleicht nur angedeutet waren. Das beste aber ist, das wenn man dieses Buch nicht kennt, man bei manchen Harry Potter Spielen zum Beispiel für die Playstation absolut keine Ahnung hat was für ein Tier man vor sich hat. Clever gelöst – kauf dieses Buch und du weißt warum diese Schildkröte aus dem Arsch explodiert. Was nicht weiter tragisch ist, denn Fans kaufen so ein Buch, einfach weil!

Das Buch überzeugt von einem hübschen Cover und erstaunlicher Ergiebigkeit (was bei Spendenbüchern ja oftmals zu wünschen übrig lässt) und zeugt handschriftlich von Harry Potters gelangweilten Notizen direkt in das Buch. Als ich das las als es zur Veröffentlichung kam hatte ich mir eine menge vorgestellt. Leider umsonst. Die Notizen sind meines Erachtens allesamt zu unpersönlich, als wären sie eben fremd geschrieben worden und ich denke da hätte Rowling mehr aufpassen sollen. Tut sie bei den Regulären Büchern schließlich auch. Die Zitate sind auch soweit nur Erklärungen für den Leser aber warum sollte Harry Potter in sein Schulbuch Erklärungen für Leser schreiben die das sowieso schon alles wissen? Mehr solcher neckischen Zitate wie die Antwort auf „Was ist ein Tierwesen?“: „Ein großes haariges Ding mit zu vielen Beinen“ wären mir sehr viel lieber gewesen.

Nichts desto trotz verfügt das Buch über ein Vorwort von Albus Dumbledore das zusammenfassend doch recht witzig geschrieben ist, einige große Erklärungen Von Newt Scamander zum Thema Tier- und Zaubererwesen. Warum Muggel sie nicht sehen können, Verkaufs- und Züchtungskontrollen, sowie Sinn und Zweck und letztendlich dem Lexikon der phantastischen Tierwesen.

Fazit: Für Fans sicherlich ein kleiner Happen um die geschlossene Harry Potter Reihe, wird es sich neben den dicken Wälzern gut im Regal machen (zumal man es dann noch entdecken kann, um Luft ringend) ist es objektiv betrachtet tatsächlich so langweilig wie jedes andere Schulbuch. Ob es Mühe gemacht hat so zu schreiben oder ob das keine Absicht war oder ob sich bei mir das Gefühl bei solchen Büchern automatisch einstellt, weiß ich nicht. Tapfer bis zum Schluss durchgehalten weil es eben doch Harry Potter ist, wäre mir das als Nicht- Fan vermutlich ziemlich am vorbeigegangen. Ich habs jetzt, das bedeutet aber nicht das ich es noch mal lesen muss. Es macht sich nur gut neben den anderen Büchern.


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